Was ist der Unterschied zwischen UKW (analog) und DAB (digital)?

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Der Unterschied zwischen UKW (Ultrakurzwelle, analog) und DAB+ (Digital Audio Broadcasting, digital) lässt sich am besten mit dem Vergleich zwischen der alten VHS-Kassette und modernem Streaming oder einer DVD beschreiben.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede in verschiedenen Kategorien:

1. Übertragungstechnik

  • UKW (Analog): Die Tonsignale werden direkt auf eine Funkwelle „aufmoduliert“. Jeder Sender benötigt eine eigene, exklusive Frequenz (z. B. 104,2 MHz).
  • DAB+ (Digital): Die Töne werden in digitale Datenpakete (0 und 1) umgewandelt und komprimiert. Mehrere Programme werden zusammen auf einem einzigen Frequenzblock (einem sogenannten „Multiplex“ oder „Ensemble“) übertragen.

2. Klangqualität und Empfang

  • UKW: Bei schwächerem Signal fängt es an zu rauschen oder zu knistern. Es kann zu Überlagerungen von Sendern kommen. Der Klang ist jedoch „natürlich“ und hat keine digitale Verzögerung.
  • DAB+: Es gibt kein Rauschen. Entweder der Ton ist glasklar da, oder er bricht komplett ab (bzw. klingt kurz wie ein „Blubbern“). Die Klangqualität ist bei hoher Bitrate CD-ähnlich, bei niedriger Bitrate kann sie jedoch etwas flach wirken.

3. Senderauswahl und Vielfalt

  • UKW: Die Anzahl der Sender ist begrenzt, da die Frequenzen im UKW-Band fast überall voll belegt sind. Man empfängt meist nur regionale Sender.
  • DAB+: Durch die effiziente digitale Technik passen viel mehr Sender in das Frequenzspektrum. Man empfängt neben regionalen Sendern auch bundesweite Programme (z. B. spezialisierte Musiksender wie Rock, Schlager oder Nachrichten), die es auf UKW gar nicht gibt.

4. Zusatzfunktionen

  • UKW: Bietet über RDS (Radio Data System) nur sehr begrenzte Textinfos wie den Sendernamen oder den aktuellen Songtitel.
  • DAB+: Kann deutlich mehr Daten übertragen. Viele Geräte zeigen Bilder (Slideshows) mit CD-Covern, Wetterkarten, Studiokameras oder ausführlichen Nachrichtentexten an.

5. Bedienung

  • UKW: Man muss oft die Frequenz manuell suchen oder wissen (z. B. 98,5 MHz). Wenn man mit dem Auto fährt, muss das Radio ständig die Frequenz wechseln (AF-Funktion), um denselben Sender zu halten.
  • DAB+: Das Radio macht einen Suchlauf und listet alle verfügbaren Sendernamen alphabetisch auf. Man wählt einfach „Antenne Bayern“ oder „DLF“ aus, ohne die Frequenz zu kennen. Das Radio bleibt deutschlandweit auf demselben „Kanal“.

6. Energie und Effizienz

  • DAB+ ist für die Senderbetreiber effizienter, da ein einzelner Senderstandort viele Programme gleichzeitig mit weniger Stromverbrauch (pro Programm gerechnet) ausstrahlen kann als viele einzelne UKW-Sender.

Zusammenfassung im Überblick

Merkmal UKW (Analog) DAB+ (Digital)
Klang Anfällig für Rauschen Rauschfrei, glasklar
Senderauswahl Begrenzt, meist regional Sehr groß, auch bundesweit
Suche Nach Frequenz (MHz) Nach Sendernamen
Zusatzinfos Nur einfacher Text (RDS) Bilder, Texte, Grafiken
Mobilität Frequenzwechsel nötig Gleicher Sender überall (SFN)
Hardware Jedes alte Radio Benötigt DAB+ fähiges Gerät

Wichtig zu wissen: Während UKW in Deutschland noch für einige Jahre weiterlaufen wird, ist DAB+ der offizielle Nachfolger. In Neuwagen ist DAB+ mittlerweile Pflicht. Wenn Sie ein neues Radio kaufen, sollten Sie unbedingt darauf achten, dass es DAB+ unterstützt.