Was ist der Unterschied zwischen einem Gliedermaßstab und einem Bandmaß?

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Der Unterschied zwischen einem Gliedermaßstab (umgangssprachlich oft „Zollstock“ oder „Meterstab“ genannt) und einem Bandmaß liegt vor allem in der Bauweise, der Flexibilität und dem jeweiligen Einsatzgebiet.

Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Detail:

1. Bauweise und Material

  • Gliedermaßstab: Er besteht aus mehreren starren Gliedern (meist aus Holz, Kunststoff oder Metall), die über Gelenke miteinander verbunden sind. Man klappt ihn auseinander, um die volle Länge zu erreichen.
  • Bandmaß: Es besteht aus einem flexiblen, aufrollbaren Band (meist aus dünnem Federstahl oder glasfaserverstärktem Kunststoff), das in einem Gehäuse untergebracht ist.

2. Flexibilität vs. Starrheit

  • Gliedermaßstab: Er ist im ausgeklappten Zustand relativ starr. Das ist ein großer Vorteil, wenn man freistehend messen muss (z. B. die Höhe einer Decke oder eine waagerechte Distanz, ohne dass der Stab durchhängt).
  • Bandmaß: Es ist biegsam. Damit lassen sich auch Rundungen, Umfänge oder Kurven messen. Über längere Distanzen knickt ein Stahlbandmaß jedoch ein, wenn es nicht aufliegt.

3. Messlänge

  • Gliedermaßstab: Die Standardlänge beträgt meist 2 Meter. Es gibt auch Varianten mit 1 Meter oder 3 Metern, diese sind aber seltener.
  • Bandmaß: Es gibt sie in sehr unterschiedlichen Längen. Kleine Taschenrollbandmaße sind meist 3 bis 10 Meter lang. Lange Vermessungsbandmaße (aus Kunststoff/Gewebe) können 20, 30 oder 50 Meter lang sein.

4. Präzision und der „Anschlag“

  • Gliedermaßstab: Er hat feste Enden. Man muss ihn genau anlegen. Da er aus vielen Gliedern besteht, kann er bei Billigmodellen an den Gelenken mit der Zeit etwas Spiel bekommen, was die Genauigkeit leicht mindert.
  • Bandmaß: Rollbandmaße haben am Anfang einen beweglichen Metallhaken. Viele Nutzer denken, dieser sei locker oder kaputt – das ist aber Absicht! Das Spiel des Hakens entspricht genau der Dicke des Metalls. So misst man sowohl bei einer Außenmessung (Einhaken und Ziehen) als auch bei einer Innenmessung (Dagegendrücken) immer exakt ab dem Nullpunkt.

5. Typische Einsatzgebiete

  • Gliedermaßstab: Klassiker im Handwerk (Schreiner, Maurer, Zimmerleute). Ideal zum Anzeichnen von Linien, zum Messen von lichten Maßen (Fensteröffnungen) und für Arbeiten, bei denen man eine Hand frei haben muss.
  • Bandmaß: Ideal für lange Strecken, zum Ausmessen von Räumen, für Rundungen oder wenn das Werkzeug kompakt in die Hosentasche passen muss.

Zusammenfassung

Merkmal Gliedermaßstab (Zollstock) Bandmaß (Rollmaßband)
Material Holz, Kunststoff, Metall Stahlblech, Textil, Glasfaser
Haptik Starr (ausklappbar) Flexibel (aufrollbar)
Länge Meist 2 m 3 m bis 50 m
Rundungen messen Nein Ja
Freistehend messen Sehr gut möglich Nur begrenzt möglich (knickt ab)
Besonderheit Kann als Lineal dienen Hat oft einen beweglichen Endhaken

Fazit: In einer gut sortierten Werkzeugkiste finden sich meist beide, da sie sich perfekt ergänzen. Für kurze, gerade Strecken und zum Anzeichnen ist der Zollstock besser; für lange Maße und Rundungen das Bandmaß.