Was ist der grundlegende Unterschied in der Zubereitung zwischen einem Espresso und einem herkömmlichen Filterkaffee?
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Der grundlegende Unterschied in der Zubereitung zwischen einem Espresso und einem Filterkaffee liegt im Druck, mit dem das Wasser durch das Kaffeepulver geleitet wird.
Daraus ergeben sich weitere entscheidende Unterschiede in der Technik und im Ergebnis:
1. Der Druck
- Espresso: Hier wird das Wasser mit hohem Druck (ideal sind etwa 9 Bar) durch ein sehr fest gepresstes Kaffeemehl (den „Puck“) gepresst. Dies geschieht mithilfe einer Espressomaschine (Siebträger).
- Filterkaffee: Das Wasser fließt allein durch die Schwerkraft (oder bei der AeroPress durch leichten manuellen Druck) durch das Kaffeepulver.
2. Der Mahlgrad
- Espresso: Das Kaffeemehl muss sehr fein gemahlen sein (ähnlich wie Puderzucker oder feines Mehl). Durch den feinen Mahlgrad wird der Widerstand erhöht, den das Wasser für den Druckaufbau benötigt.
- Filterkaffee: Der Mahlgrad ist deutlich gröber (ähnlich wie Tafelsalz oder Grieß). Wäre er zu fein, würde das Wasser im Filter nicht ablaufen und der Kaffee würde extrem bitter schmecken.
3. Die Kontaktzeit (Brühdauer)
- Espresso: Die Extraktion geht sehr schnell. In der Regel dauert ein Bezug nur etwa 25 bis 30 Sekunden.
- Filterkaffee: Das Wasser benötigt deutlich länger, um durch das Pulver und den Filter zu fließen. Die Brühzeit liegt meist zwischen 2 und 5 Minuten.
4. Das Verhältnis von Kaffee zu Wasser
- Espresso: Er ist hochkonzentriert. Man nutzt wenig Wasser für eine relativ große Menge Kaffee (Verhältnis ca. 1:2, also z. B. 18g Kaffee für 36g Getränk).
- Filterkaffee: Er ist deutlich "gestreckter". Das typische Verhältnis liegt bei etwa 1:15 bis 1:17 (z. B. 15g Kaffee auf 250ml Wasser).
5. Das Ergebnis in der Tasse
- Espresso: Er hat einen intensiven, kräftigen Körper und die charakteristische Crema (den goldbraunen Schaum obenauf), die durch den hohen Druck entsteht, der Öle und Gase emulgiert.
- Filterkaffee: Er ist klarer, meist feiner in den Aromen und hat keine Crema. Durch den Papierfilter werden viele Kaffeeöle und Sedimente zurückgehalten, was zu einem "sauberen" Mundgefühl führt.
Zusammenfassend: Espresso ist eine Hochdruck-Kurzextraktion, während Filterkaffee eine Niederdruck-Langzeitextraktion ist.