Was ist bei Hautkontakt mit austretendem, flüssigem Feuerzeuggas bezüglich Erfrierungen zu beachten?

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Kontakt mit austretendem, flüssigem Feuerzeuggas (meist Butan oder Propan) ist gefährlich, da es beim Austritt unter atmosphärischem Druck sofort verdampft. Dabei entzieht es der Umgebung extrem schnell Wärme (Verdampfungskälte). Auf der Haut führt dies innerhalb von Sekunden zu lokalen Erfrierungen (auch Kälteverbrennungen genannt), die Temperaturen von bis zu -40 °C erreichen können.

Hier ist das richtige Vorgehen bei Hautkontakt:

1. Sofortmaßnahmen

  • Weg von der Quelle: Bringen Sie die betroffene Person sofort aus dem Bereich des austretenden Gases.
  • Frischluft: Da das Gas schwerer als Luft ist und Sauerstoff verdrängt (Erstickungsgefahr) sowie hochgradig entzündlich ist, ist gute Belüftung lebenswichtig.
  • Kein Feuer: Rauchen Sie nicht und vermeiden Sie Funkenbildung oder offenes Licht (Explosionsgefahr!).

2. Umgang mit der betroffenen Hautstelle

  • Nicht reiben: Die betroffene Stelle darf auf keinen Fall gerieben, massiert oder mit Schnee abgerieben werden. Das gefrorene Gewebe enthält Eiskristalle, die bei Reibung die Zellstrukturen mechanisch zerstören.
  • Kleidung:
    • Mit Gas getränkte Kleidung vorsichtig entfernen.
    • Wichtig: Wenn Kleidung an der Haut festgefroren ist, darf sie nicht gewaltsam abgerissen werden! In diesem Fall die Kleidung erst durch vorsichtiges Spülen mit lauwarmem Wasser lösen.
  • Langsames Aufwärmen:
    • Die betroffene Stelle mit lauwarmem Wasser (ca. 37–40 °C, also körperwarm) spülen oder darin baden.
    • Niemals heißes Wasser verwenden, da die Haut durch die Erfrierung gefühllos sein kann und es sonst unbemerkt zu echten Brandblasen kommt.
    • Keine Heizkissen oder Föhn benutzen.

3. Wundversorgung

  • Keimfrei abdecken: Die betroffene Stelle locker mit einem sterilen Verband (z. B. aus dem Erste-Hilfe-Kasten) abdecken, um Infektionen zu vermeiden.
  • Blasen nicht öffnen: Falls sich Brandblasen bilden, dürfen diese auf keinen Fall aufgestochen werden, da dies das Infektionsrisiko massiv erhöht.

4. Wann zum Arzt?

In folgenden Fällen sollten Sie umgehend einen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen:

  • Wenn die Haut weißlich-grau, gelblich oder hart bleibt.
  • Wenn sich Blasen bilden.
  • Wenn nach dem Aufwärmen kein Schmerz, sondern dauerhafte Taubheit eintritt.
  • Wenn großflächige Hautpartien betroffen sind.

Zusammenfassung der Gefahrensymbole:

Flüssiges Feuerzeuggas ist nicht nur extrem entzündbar, sondern wirkt auch wie ein Kältemittel. Behandeln Sie die Stelle wie eine Verbrennung, aber achten Sie darauf, dass das Gewebe durch die Kälte spröde ist und besonders sanft behandelt werden muss.

Hinweis: Diese Informationen dienen der Ersten Hilfe. Im Zweifelsfall immer den Notruf (112) wählen oder ärztlichen Rat einholen.

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