Welche Explosionsgefahr besteht bei der Lagerung von Feuerzeuggas-Dosen in überhitzten Autos?
Die Lagerung von Feuerzeuggas-Dosen (meist Butan oder Isobutan) in einem überhitzten Auto stellt eine erhebliche Explosions- und Brandgefahr dar. Das Risiko lässt sich in zwei Phasen unterteilen: das mechanische Bersten der Dose und die anschließende chemische Explosion des Gases.
Hier sind die Details der Gefahr:
1. Der physikalische Vorgang: Druckanstieg und Bersten
Feuerzeuggas wird unter Druck verflüssigt in Sprühdosen gelagert.
- Temperaturlimit: Die meisten Druckgaspackungen sind für eine maximale Temperatur von 50 °C ausgelegt.
- Hitze im Auto: An Sommertagen mit direkter Sonneneinstrahlung können die Temperaturen im Innenraum eines Autos (besonders auf dem Armaturenbrett oder der Hutablage) problemlos 70 °C bis 80 °C erreichen.
- Druckanstieg: Mit steigender Temperatur dehnt sich das flüssige Gas aus und der Innendruck steigt exponentiell an. Wenn der Druck die Haltekraft der Dose (Schweißnähte oder der gewölbte Boden) übersteigt, kommt es zum physikalischen Bersten. Die Dose reißt schlagartig auf. Allein diese mechanische Entspannung kann bereits Fensterscheiben zertrümmern.
2. Die chemische Gefahr: Gas-Luft-Gemisch und Zündung
Sobald die Dose birst, tritt das hochentzündliche Gas schlagartig aus und vermischt sich mit der Luft im Fahrzeuginnenraum.
- Explosionsfähige Atmosphäre: Butan ist schwerer als Luft und sammelt sich im Fußraum oder in Nischen. Schon eine geringe Konzentration (ca. 1,4 % bis 8,5 % Gasanteil in der Luft) reicht aus, um ein hochexplosives Gemisch zu bilden.
- Zündquellen: Es braucht nur einen winzigen Funken, um dieses Gemisch zur Explosion zu bringen. Mögliche Zündquellen im Auto sind:
- Das Öffnen der Tür per Funkfernbedienung (Elektronik-Impuls).
- Das Einschalten der Innenbeleuchtung.
- Statische Entladung beim Einsteigen.
- Das Starten des Motors.
- Die Folge: Es kommt zu einer Verpuffung oder Explosion. Da das Auto ein fast geschlossener Raum ist, baut sich ein enormer Druck auf, der Türen verbiegen und das Dach anheben kann.
3. Gefahr durch Undichtigkeiten
Selbst wenn die Dose nicht sofort birst, können die Dichtungen des Ventils bei großer Hitze spröde werden oder sich verformen. Das Gas tritt schleichend aus. Wenn man dann in das Auto steigt und sich beispielsweise eine Zigarette anzündet, kommt es zur sofortigen Katastrophe.
Zusammenfassung der Risiken:
- Splittergefahr: Die berstende Metalldose wird zum Projektil.
- Druckwelle: Zerstörung von Scheiben und Fahrzeugstruktur.
- Feuerball: Massive Brandgefahr und schwerste Verbrennungen für Insassen.
- Erstickungsgefahr: In extremen Fällen verdrängt austretendes Gas den Sauerstoff (vor allem bei größeren Mengen).
Sicherheitsempfehlung:
- Niemals Feuerzeuggas-Nachfülldosen, Sprühdosen (Deo, Lack) oder Einwegfeuerzeuge im Sommer im Auto liegen lassen.
- Wenn es unvermeidbar ist: Nur im kühlen Kofferraum (unter dem Bodenblech) kurzzeitig transportieren, aber niemals dauerhaft dort lagern.
- Sollten Sie Gasgeruch im Auto wahrnehmen: Türen von außen öffnen, gut lüften, keine elektrischen Geräte bedienen und keine Zündquellen nutzen.