Welche Gefahren bestehen bei der unsachgemäßen Entsorgung von nicht vollständig geleerten Feuerzeuggas-Behältern?
Die unsachgemäße Entsorgung von nicht vollständig geleerten Feuerzeuggas-Behältern (meist Butan, Isobutan oder Propan) stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Da diese Behälter unter Druck stehen und hochreizbare sowie leicht entzündliche Gase enthalten, ergeben sich folgende Gefahren:
1. Brand- und Explosionsgefahr
Dies ist das primäre Risiko. Butangas ist schwerer als Luft und hochentzündlich.
- Im Müllwagen: Wenn der Müllwagen den Abfall presst, können die Metallbehälter zerquetscht werden. Das restliche Gas entweicht schlagartig. Ein einziger Funke (verursacht durch Reibung von Metall auf Metall oder elektrische Bauteile) genügt, um eine Explosion oder einen Brand im Laderaum des Müllwagens auszulösen.
- In der Mülltonne: In der prallen Sonne können sich Behälter in der Tonne so stark aufheizen, dass der Innendruck das Gehäuse sprengt (Berstgefahr), was zu Bränden führen kann.
2. Gefährdung von Entsorgungsmitarbeitern
Mitarbeiter in der Abfallwirtschaft sind durch unsachgemäß entsorgte Gaskartuschen direkt gefährdet:
- Explosionsverletzungen: Durch umherfliegende Metallteile der berstenden Behälter.
- Stichflammen: Plötzliche Verpuffungen beim Entleerungsvorgang der Müllwagen.
- Gesundheitliche Schäden: Das Einatmen hoher Konzentrationen des Gases kann zu Schwindel, Übelkeit oder Bewusstlosigkeit führen.
3. Gefahren in Sortier- und Verbrennungsanlagen
- In Sortieranlagen: Auf Förderbändern oder in Schreddern können die Behälter beschädigt werden. Das ausströmende Gas kann in geschlossenen Räumen explosive Gemische bilden.
- In Müllverbrennungsanlagen: Gelangen volle oder halbvolle Behälter in den Verbrennungsprozess, können sie wie kleine Bomben detonieren, was die Anlage beschädigen und die Prozesssteuerung stören kann.
4. Verletzungsgefahr durch Kälte (Kälteverbrennungen)
Flüssiggas entzieht der Umgebung beim Ausströmen schlagartig Energie (Verdampfungskälte). Wenn ein Behälter beim Entsorgen reißt und das flüssige Gas auf die Haut gelangt, kann es zu schweren Erfrierungen führen, die wie Brandwunden aussehen.
5. Umweltaspekte
Obwohl Butan kein Ozonkiller wie die alten FCKW ist, zählt es zu den flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Diese tragen in Bodennähe unter Sonneneinstrahlung zur Bildung von Ozon bei (Sommersmog). Zudem ist es eine Verschwendung von Rohstoffen, wenn Metallbehälter nicht dem fachgerechten Recycling zugeführt werden.
Was ist die richtige Vorgehensweise?
- Vollständig leeren: Versuchen Sie, das restliche Gas durch normale Nutzung (z.B. Auffüllen von Feuerzeugen) aufzubrauchen. Ein Behälter gilt erst als leer, wenn kein Zischen mehr zu hören ist, wenn man das Ventil eindrückt.
- Kennzeichnung beachten: Achten Sie auf das Gefahrensymbol "Hochentzündlich" (Flamme).
- Nicht in den Hausmüll: Teilentleerte Behälter gehören niemals in den Restmüll, die Biotonne oder den Gelben Sack.
- Schadstoffmobil oder Wertstoffhof: Bringen Sie nicht vollständig entleerte Behälter zu einer Problemstoffsammelstelle, zum Schadstoffmobil oder zum örtlichen Wertstoffhof. Dort werden sie fachgerecht und sicher entsorgt.
- Nur völlig leere Behälter ins Recycling: Nur wenn die Dose absolut leer ist, darf sie in Deutschland in die Wertstofftonne (Gelber Sack / Gelbe Tonne) gegeben werden, um das Metall zu recyceln. Im Zweifelsfall ist der Weg zum Wertstoffhof immer der sicherere.