Was genau ist ein Ohrenspray?
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Ein Ohrenspray ist ein flüssiges Präparat, das mithilfe eines Sprühmechanismus direkt in den äußeren Gehörgang appliziert wird. Es dient je nach Zusammensetzung der Reinigung, Pflege oder der Behandlung von Beschwerden im Ohr.
Man kann Ohrensprays grob in drei Kategorien einteilen:
1. Sprays zur Reinigung (Ohrenschmalzentferner)
Dies ist die häufigste Form. Diese Sprays sollen überschüssiges Ohrenschmalz (Cerumen) aufweichen, damit es leichter natürlich abfließen kann.
- Wirkungsweise: Sie enthalten oft Meerwasserlösungen, Öle (wie Oliven- oder Mandelöl) oder spezielle Tenside.
- Ziel: Vorbeugung von Ohrenschmalzpfropfen und eine Alternative zum gefährlichen Gebrauch von Wattestäbchen.
2. Sprays zur Pflege und zum Schutz
Diese werden oft präventiv eingesetzt, zum Beispiel von Schwimmern oder Tauchern.
- Wirkungsweise: Sie enthalten oft Öle, die einen dünnen Schutzfilm auf der Haut des Gehörgangs bilden.
- Ziel: Schutz vor Austrocknung, Chlorwasser oder dem Eindringen von Keimen ("Badeotitis"). Einige enthalten auch Essigsäure, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zu unterstützen.
3. Medizinische Sprays (zur Behandlung)
Diese sind oft apotheken- oder verschreibungspflichtig.
- Wirkungsweise: Sie enthalten Wirkstoffe wie Entzündungshemmer, Schmerzmittel oder Antibiotika.
- Ziel: Behandlung von Gehörgangsentzündungen, Juckreiz oder Pilzinfektionen.
Vorteile gegenüber Ohrentropfen
- Einfache Handhabung: Man kann das Spray meist im Stehen oder Sitzen anwenden, ohne den Kopf lange zur Seite neigen zu müssen.
- Gleichmäßige Verteilung: Durch den Sprühnebel verteilt sich die Flüssigkeit oft besser an den Wänden des Gehörgangs.
- Dosierung: Ein Sprühstoß gibt meist genau die benötigte Menge ab.
Anwendung: So macht man es richtig
- Anwärmen: Die Flasche kurz in der Hand halten, damit die Flüssigkeit Körpertemperatur erreicht (kaltes Wasser im Ohr kann Schwindel erzeugen).
- Position: Den Kopf leicht zur Seite neigen.
- Sprühen: Den Sprühkopf am Eingang des Gehörgangs ansetzen (nicht tief einführen!) und pumpen.
- Einwirken: Kurz warten und danach die überschüssige Flüssigkeit, die aus dem Ohr läuft, mit einem weichen Tuch abtupfen.
Wichtige Sicherheitshinweise
- Kein kaputtes Trommelfell: Ohrensprays dürfen niemals angewendet werden, wenn das Trommelfell verletzt ist (Perforation) oder wenn Paukenröhrchen eingesetzt wurden.
- Bei Schmerzen zum Arzt: Wenn Sie starke Ohrenschmerzen, Hörverlust oder Ausfluss aus dem Ohr haben, sollten Sie nicht selbst experimentieren, sondern einen HNO-Arzt aufsuchen.
- Wattestäbchen vermeiden: Auch nach der Benutzung von Spray sollte man nicht mit Wattestäbchen tief im Ohr bohren, da dies das aufgeweichte Schmalz nur tiefer hineindrückt.
Zusammenfassend: Ein Ohrenspray ist ein praktisches Hilfsmittel zur Ohrhygiene und zur Vorbeugung von Verstopfungen, ersetzt aber bei ernsthaften Entzündungen nicht den Gang zum Arzt.