Darf Ohrenspray bei einer akuten Entzündung des äußeren Gehörgangs verwendet werden?

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Die kurze Antwort lautet: Vorsicht ist geboten. Ob ein Ohrenspray verwendet werden darf, hängt stark davon ab, um welche Art von Spray es sich handelt und wie schwer die Entzündung ist.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten:

1. Herkömmliche Hygiene- oder Ohrenschmalz-Sprays (Vermeiden!)

Die meisten frei verkäuflichen Ohrensprays aus der Drogerie oder Apotheke sind zur Reinigung (Lösen von Ohrenschmalz) gedacht.

  • Warum sie bei Entzündung schaden können: Diese Sprays enthalten oft Substanzen, die die bereits gereizte und entzündete Haut im Gehörgang zusätzlich irritieren.
  • Schmerzgefahr: Wenn die Haut im Gehörgang geschwollen oder wund ist, können Inhaltsstoffe wie Meerwasser oder Öle brennen und die Schmerzen verschlimmern.

2. Medizinische Sprays vom Arzt

Es gibt spezielle medizinische Sprays oder Tropfen, die Wirkstoffe wie Antibiotika oder Cortison enthalten. Diese werden gezielt gegen die Entzündung eingesetzt.

  • Diese dürfen und sollten verwendet werden, wenn ein Arzt sie nach einer Untersuchung des Trommelfells verschrieben hat.

3. Das größte Risiko: Ein defektes Trommelfell

Das Hauptproblem bei der Eigenbehandlung mit Sprays ist, dass Sie nicht sehen können, ob Ihr Trommelfell intakt ist.

  • Bei einer Entzündung (besonders wenn sie vom Mittelohr kommt) könnte das Trommelfell ein kleines Loch haben.
  • Gelangt dann eine Flüssigkeit (Spray), die nicht dafür vorgesehen ist, in das Mittelohr, kann dies zu schweren Schmerzen, Schwindel oder bleibenden Gehörschäden führen.

Wann sollten Sie auf keinen Fall selbst sprühen?

  • Bei starken Schmerzen.
  • Wenn Flüssigkeit (Eiter oder Sekret) aus dem Ohr austritt.
  • Bei plötzlicher Schwerhörigkeit.
  • Wenn Sie Fieber haben.

Was sollten Sie stattdessen tun?

  1. Arztbesuch (HNO): Eine Gehörgangsentzündung (Otitis externa) ist sehr schmerzhaft und sollte fachmännisch gereinigt und mit den passenden Medikamenten behandelt werden.
  2. Trocken halten: Achten Sie darauf, dass beim Duschen oder Waschen kein Wasser oder Seife in das Ohr gelangt (vorsichtig mit Watte und etwas Vaseline abdichten).
  3. Nicht manipulieren: Verwenden Sie auf keinen Fall Wattestäbchen, da diese die Entzündung tiefer in den Gehörgang schieben und die Haut weiter verletzen.

Fazit: Benutzen Sie bei einer akuten Entzündung keine handelsüblichen Reinigungssprays. Suchen Sie einen HNO-Arzt auf, damit dieser Ihnen gezielt entzündungshemmende Tropfen oder Salbenstreifen verabreichen kann.

Hinweis: Diese Antwort dient der Information und ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.