Warum bläht sich das Gehäuse einer Starthilfe-Powerbank mit der Zeit auf?

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Das Aufblähen einer Starthilfe-Powerbank (meistens mit Lithium-Polymer-Akkus, kurz LiPo, bestückt) ist ein ernstzunehmendes Warnsignal. Es deutet darauf hin, dass im Inneren der Akkuzellen chemische Prozesse ablaufen, die dort nicht hingehören.

Hier sind die Hauptgründe, warum das Gehäuse mit der Zeit "dick" wird:

1. Zersetzung des Elektrolyten (Ausgasen)

Der wichtigste Grund ist die chemische Zersetzung der Elektrolytflüssigkeit im Inneren der Akkuzellen. Wenn der Akku altert oder falsch behandelt wird, zerfällt der Elektrolyt und es entstehen Gase (wie Kohlendioxid, Kohlenmonoxid und Wasserstoff). Da die Zellen bei LiPo-Akkus in einer luftdichten Aluminium-Verbundfolie (Pouch-Zelle) eingeschlossen sind, kann das Gas nicht entweichen. Die Folie bläht sich auf wie eine Chipstüte in den Bergen – und drückt schließlich gegen das Plastikgehäuse der Powerbank.

2. Tiefentladung (Der häufigste Fehler)

Starthilfe-Powerbanks liegen oft monatelang ungenutzt im Handschuhfach. Jeder Akku hat eine geringe Selbstentladung. Wenn die Spannung unter ein kritisches Niveau fällt (Tiefentladung), beginnt eine irreversible chemische Reaktion. Dabei wird die Anode zersetzt und es entstehen Gase. Wer seine Powerbank "leer" lagert, provoziert das Aufblähen.

3. Hohe Temperaturen im Auto

Powerbanks für die Starthilfe werden meist im Auto aufbewahrt. Im Sommer können im Innenraum oder im Kofferraum Temperaturen von über 60 °C entstehen. Hitze beschleunigt die chemische Alterung und den Zerfall des Elektrolyten massiv. Die hohen Temperaturen sorgen dafür, dass sich das Gas im Inneren zusätzlich ausdehnt.

4. Extrem hohe Strombelastung

Beim Startvorgang eines Autos muss die Powerbank für wenige Sekunden extrem hohe Ströme liefern (oft mehrere hundert Ampere). Dies führt zu einer starken kurzzeitigen Erwärmung der internen Kontakte und der Zellchemie. Wenn der Akku bereits leicht geschädigt oder von minderwertiger Qualität ist, verursacht dieser Stress jedes Mal eine kleine Menge zusätzliches Gas.

5. Überladung oder defekte Ladeelektronik

Wenn die interne Steuerung (BMS - Battery Management System) fehlerhaft ist oder ein falsches Ladegerät verwendet wird, kann der Akku überladen werden. Dies führt zu einer Überhitzung und massiven Gasbildung, was im schlimmsten Fall zum Brand führen kann.

6. Natürliche Alterung

Auch bei bester Pflege altern Lithium-Akkus. Nach einigen Jahren zersetzt sich die Chemie schleichend. Bei billigen Produkten wird oft an der Qualität der Separatoren (Trennschichten im Akku) gespart, was den Prozess beschleunigt.


Was solltest du jetzt tun?

WICHTIG: Eine aufgeblähte Powerbank ist gefährlich!

  1. Nicht mehr benutzen: Versuche niemals, ein Auto damit zu starten oder die Powerbank aufzuladen. Durch den Druck im Inneren können die dünnen Trennschichten (Separatoren) reißen, was zu einem internen Kurzschluss führt.
  2. Nicht drücken: Versuche nicht, das Gehäuse wieder zusammenzupressen oder die Blase aufzustechen. Wenn Sauerstoff an das Lithium gelangt, kann es zu einer heftigen Stichflamme oder Explosion kommen.
  3. Brandsicher lagern: Lege das Gerät vorübergehend an einen Ort, an dem es keinen Brand verursachen kann (z. B. in einen Metalltopf oder auf Fliesenboden, weg von brennbaren Materialien), bis du es entsorgst.
  4. Fachgerecht entsorgen: Bring das Gerät zu einer Sammelstelle für Altbatterien oder zum Wertstoffhof. Es gehört auf keinen Fall in den Hausmüll!

Tipp für die Zukunft: Lade deine Starthilfe-Powerbank alle 3–4 Monate auf (auch wenn sie nicht benutzt wurde) und lagere sie nach Möglichkeit nicht dauerhaft bei extremer Hitze im Auto.