Warum sollte man mit einem Schlosserhammer niemals auf gehärteten Stahl schlagen?
Man sollte niemals mit einem Schlosserhammer (oder einem anderen gehärteten Stahlhammer) direkt auf gehärteten Stahl schlagen, da dies lebensgefährlich sein kann.
Hier sind die physikalischen und sicherheitstechnischen Gründe dafür:
1. Splittergefahr (Abplatzungen)
Das ist das Hauptrisiko. Gehärteter Stahl ist zwar sehr fest, aber auch spröde. Wenn zwei extrem harte Oberflächen mit hoher Geschwindigkeit aufeinandertreffen, können sie die Energie nicht durch Verformung (Dellen) aufnehmen. Stattdessen entstehen Spannungsspitzen, die dazu führen, dass winzige, messerscharfe Metallsplitter mit enormer Geschwindigkeit vom Hammer oder vom Werkstück abplatzen.
Diese Splitter wirken wie kleine Projektile oder Schrapnelle. Sie können:
- Die Kleidung durchschlagen.
- Tief in die Haut oder Muskeln eindringen.
- Das Augenlicht zerstören (selbst wenn man eine Schutzbrille trägt, können Splitter von der Seite eindringen oder die Brille beschädigen).
2. Fehlende Elastizität
Ein Schlosserhammer ist an der Bahn (Schlagfläche) und der Finne gehärtet, um sich nicht bei jedem Schlag zu verformen. Das Werkstück aus gehärtetem Stahl (z. B. ein Lagerring, eine Feile oder ein Meißelende – wobei Meißelenden meist absichtlich weicher gelassen werden) ist ebenfalls hart. Da keines der beiden Materialien nachgibt, wird die gesamte kinetische Energie in Schwingungen und Oberflächenspannung umgewandelt, was zum Materialversagen führt.
3. Zerstörung des Werkzeugs
Durch das Schlagen auf gehärteten Stahl entstehen Mikrorisse im Hammerkopf. Selbst wenn beim ersten Mal nichts passiert, kann der Hammer beim nächsten normalen Schlag auf weichen Stahl unvorhersehbar zerbersten, weil das Gefüge bereits geschwächt ist.
Was sollte man stattdessen tun?
Wenn man auf gehärtete Teile schlagen muss (z. B. beim Eintreiben von Lagern oder Bolzen), verwendet man Schlagwerkzeuge aus weicheren Materialien, die die Energie durch Verformung aufnehmen:
- Kupfer- oder Messinghammer: Diese Metalle sind weicher als Stahl und verformen sich selbst, anstatt den Stahl zum Splittern zu bringen.
- Schonhammer (Rückschlagfrei): Mit Kunststoffeinsätzen (z. B. Nylon oder Polyurethan).
- Bleihammer: Für sehr schwere, gedämpfte Schläge.
- Hartholz-Zulagen: Ein Stück festes Holz zwischen Hammer und Werkstück legen.
Merksatz aus der Werkstatt: „Hart auf Hart gibt immer einen Querschläger.“ – Trage immer eine Schutzbrille, aber vermeide die Kombination „gehärteter Hammer auf gehärteten Stahl“ unter allen Umständen.