Wie wirkt sich extreme Kälte auf die Stromabgabe einer Starthilfe-Powerbank aus?
Extreme Kälte hat einen massiven negativen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit einer Starthilfe-Powerbank (meist Lithium-Polymer- oder Lithium-Ionen-Akkus).
Hier sind die wichtigsten Auswirkungen im Detail:
1. Erhöhter Innenwiderstand
In einer Batterie bewegen sich Ionen durch ein Elektrolyt zwischen den Elektroden. Bei extremer Kälte wird dieses Elektrolyt zähflüssiger.
- Die Folge: Der elektrische Innenwiderstand steigt stark an. Der Strom kann nicht mehr so schnell fließen wie bei Zimmertemperatur.
2. Massiver Spannungseinbruch unter Last
Eine Starthilfe muss für wenige Sekunden extrem hohe Ströme liefern (oft 400A bis 1000A oder mehr), um den Anlasser des Autos zu drehen.
- Die Folge: Da der Innenwiderstand bei Kälte hoch ist, bricht die Spannung der Powerbank sofort ein, sobald man den Startvorgang versucht. Selbst wenn die Anzeige "100 % geladen" anzeigt, reicht die abgegebene Energie dann oft nicht aus, um den Motor durchzudrehen.
3. Reduzierte Kapazität
Die chemischen Prozesse laufen bei Kälte langsamer und weniger effizient ab.
- Die Folge: Die effektiv nutzbare Kapazität sinkt. Eine Powerbank, die im Sommer fünf Startversuche schafft, schafft bei -15 °C vielleicht nur noch einen oder gar keinen.
4. Gefahr beim Laden (Wichtiger Sicherheitshinweis!)
Während die Entladung bei Kälte "nur" zu mangelnder Leistung führt, ist das Laden einer gefrorenen Lithium-Batterie gefährlich.
- Die Folge: Werden Lithium-Akkus bei Temperaturen unter 0 °C geladen, kann es zum sogenannten "Lithium-Plating" kommen. Dabei lagert sich metallisches Lithium an der Anode ab, was zu Kurzschlüssen im Inneren der Zelle und später zum Brand oder zur Explosion führen kann.
- Regel: Eine Powerbank, die im eiskalten Auto lag, immer erst auf Zimmertemperatur aufwärmen lassen, bevor sie an das Ladegerät angeschlossen wird.
Praktische Tipps für den Winter:
- Nicht im Auto lagern: Lagern Sie die Starthilfe-Powerbank im Winter nicht dauerhaft im Handschuhfach. Nehmen Sie sie mit ins Haus. Nur eine warme Powerbank (ca. 15–20 °C) liefert im Notfall die volle Ampere-Leistung.
- Am Körper wärmen: Wenn die Powerbank doch im kalten Auto lag und versagt, kann es helfen, sie für 15–20 Minuten unter die Jacke am Körper zu wärmen oder sie vor die Lüftungsschlitze der Heizung (falls ein anderes Fahrzeug hilft) zu legen.
- Ladezustand prüfen: Akkus entladen sich bei Kälte zwar nicht unbedingt schneller (die Selbstentladung ist bei Wärme sogar höher), aber da die Leistung ohnehin abnimmt, sollte sie im Winter immer möglichst voll (über 80 %) sein.
Fazit: Eine tiefgekühlte Powerbank ist als Starthilfe oft nutzlos, da sie den benötigten hohen Spitzenstrom physikalisch nicht abgeben kann. Der größte Feind der mobilen Starthilfe ist die Lagerung im nächtlichen Winter-Auto.