Kann die Nutzung von Ohrenspray einen bestehenden Ohrenschmalzpfropf tiefer in den Gehörgang schieben?

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Die kurze Antwort lautet: In der Regel nein. Anders als Wattestäbchen, die wie ein Stempel wirken und den Pfropf mechanisch tiefer in den Gehörgang drücken, ist ein Ohrenspray eine Flüssigkeit, die den Pfropf eher lockern soll.

Es gibt jedoch einige wichtige Nuancen, warum es sich trotzdem so anfühlen kann, als sei der Pfropf tiefer gerutscht oder warum sich die Situation kurzzeitig verschlechtern kann:

1. Das „Aufquellen“ (Der häufigste Grund)

Wenn Sie ein Ohrenspray (auf Öl- oder Wasserbasis) verwenden, dringt die Flüssigkeit in den trockenen, harten Ohrenschmalzpfropf ein. Dadurch quillt der Pfropf auf, um ihn weicher zu machen.

  • Der Effekt: Da der Pfropf größer wird, drückt er stärker gegen die Wände des Gehörgangs oder das Trommelfell.
  • Das Gefühl: Das Ohr fühlt sich plötzlich „noch verstopfter“ an oder es entsteht ein stärkeres Druckgefühl. Das wird oft fälschlicherweise so interpretiert, dass der Pfropf tiefer gerutscht ist.

2. Die Barriere-Wirkung

Wenn der Gehörgang bereits fast vollständig durch einen Pfropf verschlossen ist, kann die Flüssigkeit des Sprays nicht hinter den Pfropf gelangen. Stattdessen füllt das Spray den verbleibenden Spalt vor dem Pfropf aus. Dies führt zu einem vollständigen Verschluss, wodurch das Hörvermögen sofort abnimmt.

3. Mechanischer Druck (unwahrscheinlich)

Theoretisch könnte ein extrem starker Sprühstrahl, der direkt auf die Mitte eines lockeren Pfropfens zielt, diesen ein Stück bewegen. Da Ohrensprays aber einen zerstäubten Nebel oder einen sanften Strahl abgeben, ist dieser Effekt im Vergleich zur Benutzung von Wattestäbchen vernachlässigbar.

Was sollten Sie tun, wenn das Ohr nach dem Spray dicht ist?

  1. Geduld: Das Spray benötigt oft 15 bis 30 Minuten Einwirkzeit. Legen Sie den Kopf schief, damit das Mittel wirken kann.
  2. Spülen: Nach der Einwirkzeit sollte das Ohr (falls in der Packungsbeilage beschrieben) mit lauwarmem Wasser sanft ausgespült werden, um die gelösten Teile herauszubefördern.
  3. Nicht nachstochern: Benutzen Sie jetzt auf keinen Fall Wattestäbchen, um den „aufgeweichten“ Pfropf herauszuholen. Damit schieben Sie die weiche Masse erst recht tief und fest vor das Trommelfell.

Wann zum Arzt?

Wenn der Pfropf sehr fest sitzt, hilft ein Spray allein oft nicht aus. Sie sollten zum HNO-Arzt gehen, wenn:

  • Das Taubheitsgefühl nach der Anwendung des Sprays über Stunden anhält.
  • Schmerzen auftreten.
  • Sie unter Ohrensausen (Tinnitus) leiden.
  • Sie bereits früher Probleme mit dem Trommelfell hatten (Loch im Trommelfell).

Fazit: Das Spray schiebt nicht aktiv, aber durch das Aufquellen des Schmalzes kann sich die Verstopfung kurzzeitig verschlimmern, bevor sie sich löst.

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