Warum klagen manche Anwender über ein brennendes Gefühl nach der Nutzung von Ohrenspray?

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Ein brennendes Gefühl nach der Anwendung von Ohrenspray ist eine relativ häufige Nebenwirkung. Es gibt verschiedene medizinische und praktische Gründe, warum dies geschieht.

Hier sind die Hauptursachen zusammengefasst:

1. Inhaltsstoffe des Sprays

Viele Ohrensprays enthalten Substanzen, die zwar eine therapeutische Wirkung haben, aber die empfindliche Haut im Gehörgang reizen können:

  • Alkohol (Ethanol oder Isopropylalkohol): Viele Sprays zur Reinigung oder zum Trocknen des Ohrs (z. B. nach dem Schwimmen) basieren auf Alkohol. Dieser entzieht der Haut Fett und Feuchtigkeit und verursacht auf empfindlicher oder gereizter Haut ein brennendes Gefühl.
  • Säuren (z. B. Essigsäure): Um das natürliche saure Milieu im Ohr wiederherzustellen und Bakterien abzutöten, enthalten manche Sprays Säuren. Wenn die Haut bereits leicht entzündet ist, brennen diese beim Auftragen.
  • Wasserstoffperoxid: Sprays zur Ohrenschmalzlösung setzen oft Sauerstoff frei. Das sprudelnde Gefühl wird von manchen Anwendern als Stechen oder Brennen wahrgenommen.

2. Vorbestehende Reizungen oder Mikroverletzungen

Der Gehörgang ist sehr empfindlich. Oft bemerkt man kleine Verletzungen erst, wenn das Spray darauf trifft:

  • Wattestäbchen-Nutzung: Wer regelmäßig Wattestäbchen benutzt, verursacht oft mikroskopisch kleine Risse in der Haut. Trifft dort ein Spray auf (besonders eines mit Alkohol), brennt es sofort.
  • Ekzeme oder trockene Haut: Manche Menschen neigen zu trockener, schuppiger Haut im Gehörgang. Das Spray dringt in die rissigen Stellen ein.

3. Entzündungen (Otitis externa)

Wenn bereits eine beginnende Gehörgangsentzündung vorliegt, ist die Haut stark durchblutet und angeschwollen. In diesem Zustand reagieren die Nervenenden im Ohr extrem empfindlich auf jegliche Flüssigkeiten, die nicht dem körpereigenen pH-Wert oder der Körpertemperatur entsprechen.

4. Defektes Trommelfell (Wichtiger Warnhinweis!)

Dies ist die gefährlichste Ursache: Wenn das Trommelfell ein Loch oder einen Riss hat (oft unbemerkt), kann die Flüssigkeit in das Mittelohr gelangen.

  • Das Mittelohr ist wesentlich empfindlicher als der Gehörgang.
  • Flüssigkeit im Mittelohr kann nicht nur starkes Brennen, sondern auch heftige Schmerzen, Schwindel oder Übelkeit auslösen.
  • Regel: Bei Verdacht auf ein defektes Trommelfell dürfen niemals Ohrensprays verwendet werden.

5. Temperatur des Sprays

Ein physikalischer Grund kann die Temperatur sein. Wenn das Spray direkt aus einem kalten Badezimmerschrank kommt und in das ca. 37 °C warme Ohr gesprüht wird, kann der Kältereiz als brennender oder stechender Schmerz interpretiert werden. Zudem kann kalte Flüssigkeit im Ohr den Gleichgewichtssinn reizen (Schwindel).


Was sollte man tun?

  1. Anwendung stoppen: Wenn es stark brennt, sollte die Anwendung sofort abgebrochen werden.
  2. Anwärmen: Das Fläschchen vor der Anwendung einige Minuten in der Hand halten, um es auf Körpertemperatur zu bringen.
  3. Inhaltsstoffe prüfen: Bei empfindlichen Ohren auf alkoholfreie Sprays (z. B. auf Ölbasis) umsteigen.
  4. Arztbesuch: Wenn das Brennen anhält, Schmerzen dazukommen oder das Gehör nachlässt, sollte ein HNO-Arzt klären, ob eine Entzündung oder ein Trommelfelldefekt vorliegt.

Hinweis: Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine ärztliche Diagnose.

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