Warum verursacht die Nutzung der Milchpumpe Schmerzen an der Brustwarze?
Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass Schmerzen beim Abpumpen „normal“ seien. Tatsächlich sollte das Abpumpen (genau wie das Stillen) keine Schmerzen verursachen. Wenn es wehtut, ist das meist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht optimal eingestellt ist oder ein medizinisches Problem vorliegt.
Hier sind die häufigsten Gründe, warum die Milchpumpe Schmerzen an der Brustwarze verursacht:
1. Die falsche Brusthaubengröße (Häufigster Grund)
Die Brusthaube ist der trichterförmige Aufsatz, der auf die Brust gesetzt wird.
- Zu klein: Die Brustwarze reibt an den Seiten des Tunnels. Das führt zu Reizungen, Wundsein oder sogar Blasen.
- Zu groß: Es wird zu viel Vorhofgewebe mit in den Tunnel gesogen. Das Gewebe schwillt an (Ödem), was schmerzhaft ist und die Milchgänge abklemmen kann.
- Lösung: Messen Sie den Durchmesser Ihrer Brustwarze (nur die Warze, nicht den Vorhof) und wählen Sie eine Haube, die etwa 2–3 mm größer ist als die Warze.
2. Zu starkes Vakuum
Viele Frauen denken: „Viel Sog hilft viel.“ Das stimmt jedoch nicht. Ein zu hohes Vakuum verbessert den Milchfluss meist nicht, führt aber zu Mikroverletzungen im Gewebe.
- Lösung: Stellen Sie die Pumpe nur so hoch ein, wie es gerade noch angenehm ist („Maximum Comfort Vacuum“). Sobald es zieht oder schmerzt, drehen Sie die Stärke etwas zurück.
3. Falsche Positionierung
Wenn die Brustwarze nicht genau mittig im Tunnel sitzt, stößt sie bei jedem Pumpstoß gegen die Plastikwand.
- Lösung: Achten Sie beim Ansetzen darauf, dass die Brustwarze genau im Zentrum des Tunnels platziert ist.
4. Reibung und Trockenheit
Die ständige Vor- und Rückbewegung der Brustwarze im Tunnel kann trockene Haut extrem reizen.
- Lösung: Tragen Sie vor dem Pumpen ein wenig Lanolin-Salbe oder ein spezielles Pump-Spray (oder Kokosöl) auf die Innenseite des Pumpentrichters auf, um die Gleitfähigkeit zu erhöhen.
5. Zu langes Pumpen
Wer zu lange pumpt (z. B. über 20–30 Minuten hinaus), riskiert Reizungen der Haut und des tieferliegenden Gewebes.
- Lösung: Kürzere, aber dafür häufigere Pumpsitzungen sind oft effektiver und schonender.
6. Medizinische Ursachen
Manchmal liegt das Problem nicht an der Technik, sondern an der Brust selbst:
- Vasospasmus: Die Brustwarze wird nach dem Pumpen weiß und schmerzt stechend oder brennend. Das liegt an einer Verkrampfung der Blutgefäße (oft durch Kälte ausgelöst).
- Soor (Pilzinfektion): Wenn die Brustwarzen brennen, jucken oder glänzen, könnte eine Infektion vorliegen, die durch die mechanische Belastung beim Pumpen extrem schmerzhaft wird.
- Wunde Stellen/Risse: Wenn die Brustwarzen bereits durch falsches Anlegen beim Stillen verletzt sind, verschlimmert die Pumpe den Zustand.
Was können Sie jetzt tun?
- Größe checken: Messen Sie Ihre Brustwarze oder lassen Sie sich von einer Hebamme oder Stillberaterin (IBCLC) helfen.
- Sog reduzieren: Weniger ist oft mehr.
- Pflege: Nutzen Sie Lanolin oder Multi-Mam Kompressen nach dem Pumpen zur Heilung.
- Wärme: Wärmen Sie die Brust vor dem Pumpen an (das fördert den Milchfluss) und halten Sie sie danach warm (hilft gegen Vasospasmus).
Wichtig: Wenn die Schmerzen anhalten, die Brustwarzen blutig sind oder Sie Anzeichen einer Brustentzündung (Fieber, rote harte Stellen) bemerken, suchen Sie bitte zeitnah eine Ärztin oder Stillberaterin auf.