Welche Hygienefehler führen bei der Reinigung der Milchpumpe zu Keimbildung?
Die Reinigung einer Milchpumpe ist entscheidend, da Muttermilch sehr nährstoffreich ist und einen idealen Nährboden für Bakterien (wie Cronobacter sakazakii oder Staphylokokken) bietet.
Hier sind die häufigsten Hygienefehler, die zu Keimbildung führen:
1. Mangelnde Händehygiene vor der Reinigung
Oft wird vergessen, sich vor dem Auseinanderbauen und Reinigen der Pumpe gründlich die Hände zu waschen. Keime von den Händen gelangen so direkt auf die feuchten Pumpenteile.
2. Zu langes Warten nach dem Abpumpen
Fehler: Die Milchpumpe erst Stunden nach dem Gebrauch reinigen. Folge: Milchrückstände trocknen an und bilden einen Biofilm. In diesem klebrigen Film können sich Bakterien festsetzen und sind später durch einfaches Abspülen kaum noch zu entfernen.
3. Reinigung direkt im Spülbecken
Fehler: Die Teile werden direkt im Spülbecken der Küche gewaschen. Folge: Küchenspülbecken gehören zu den keimreichsten Orten im Haushalt (oft belastet mit Darmbakterien oder Keimen von rohem Fleisch). Besser: Eine eigene, saubere Schüssel verwenden, die ausschließlich für die Milchpumpenteile reserviert ist.
4. Verwendung von benutzten Spülschwämmen oder Küchentüchern
Fehler: Den normalen Abwaschlappen oder Schwamm benutzen, mit dem auch das übrige Geschirr gereinigt wird. Folge: Schwämme sind "Keimschleudern". Sie übertragen Bakterien auf die Pumpe, statt sie zu reinigen. Besser: Eine spezielle Bürste nur für die Pumpe nutzen und diese regelmäßig sterilisieren oder austauschen.
5. Falsche Wassertemperatur
Fehler: Nur mit kaltem oder lauwarmem Wasser spülen. Folge: Milchfett löst sich erst bei höheren Temperaturen (und mit Spülmittel). Bleibt ein Fettfilm zurück, schützt dieser darunterliegende Bakterien vor der Reinigung und Desinfektion.
6. Unvollständiges Auseinanderbauen
Fehler: Membranen, Ventile oder Dichtungsringe bleiben am Gehäuse. Folge: In den Zwischenräumen sammelt sich Restfeuchtigkeit und Milch an. Dies ist der häufigste Ort für Schimmelbildung und Bakterienherde.
7. Fehler beim Trocknen
Fehler: Die Teile mit einem benutzten Geschirrtuch abtrocknen oder sie nass in einer geschlossenen Box lagern. Folge: Textiltücher übertragen Fusseln und Keime. Restfeuchtigkeit in geschlossenen Behältern führt zu massivem Bakterienwachstum innerhalb weniger Stunden. Besser: An der Luft auf einem sauberen Papiertuch oder einem speziellen, sauberen Abtropfgestell trocknen lassen.
8. Vernachlässigung der Sterilisation
Fehler: Nur Abwaschen, aber nie Sterilisieren (besonders bei Neugeborenen oder Frühgeborenen). Folge: Spülen entfernt zwar den Schmutz, tötet aber nicht alle krankmachenden Keime ab. Empfehlung: Mindestens einmal täglich sollten alle Teile, die mit Milch in Berührung kommen, ausgekocht oder im Dampfsterilisator behandelt werden.
9. Beschädigte Teile nicht austauschen
Fehler: Alte Ventile oder Schläuche mit Kratzern oder Rissen weiterverwenden. Folge: In mikroskopisch kleinen Kratzern können sich Bakterien so festsetzen, dass sie selbst durch Sterilisieren kaum noch erreicht werden.
10. Reinigung der Schläuche vergessen
Bei vielen Pumpen darf kein Wasser in die Schläuche gelangen. Wenn dort jedoch Kondenswasser oder Milchrückstände sichtbar sind und diese nicht sofort fachgerecht gereinigt/getrocknet werden, bildet sich dort sehr schnell Schimmel, der über die Luftansaugung in die Milch gelangen kann.
Zusammenfassung: Der ideale Ablauf
- Händewaschen.
- Sofort nach Gebrauch zerlegen und mit kaltem Wasser (gegen Eiweißgerinnung) abspülen.
- In separater Schüssel mit warmem Wasser und mildem Spülmittel reinigen.
- Gründlich klarspülen.
- An der Luft trocknen lassen (auf sauberer Unterlage).
- Einmal täglich sterilisieren.