Warum verursachen passierte Tomaten bei vielen Menschen Sodbrennen?
Dass passierte Tomaten (und Tomatenprodukte im Allgemeinen) bei vielen Menschen Sodbrennen auslösen, liegt an einer Kombination aus chemischen und biologischen Faktoren.
Hier sind die Hauptgründe:
1. Hoher Säuregehalt
Tomaten enthalten von Natur aus verschiedene Säuren, vor allem Zitronensäure und Apfelsäure. Der pH-Wert von Tomaten liegt meist zwischen 4,0 und 4,6. Diese Säure kann die Schleimhaut der Speiseröhre direkt reizen. Wenn bereits eine leichte Entzündung oder Reizung vorliegt, verstärken die passierten Tomaten den brennenden Schmerz.
2. Lockerung des Schließmuskels (Ösophagus-Sphinkter)
Das eigentliche Problem bei Sodbrennen ist oft nicht nur die Säure selbst, sondern dass der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig schließt. Bestimmte Inhaltsstoffe in Tomaten können diesen Muskel entspannen. Dadurch kann der saure Mageninhalt leichter zurück in die Speiseröhre fließen (Reflux).
3. Konzentration durch Verarbeitung
Passierte Tomaten sind konzentrierter als frische Tomaten. Während eine frische Tomate einen sehr hohen Wasseranteil hat, werden bei passierten Tomaten Haut und Kerne entfernt und die Masse oft leicht eingedickt. Dadurch steigt die Konzentration der Säuren und anderer reizender Stoffe pro Portion deutlich an.
4. Histamin
Tomaten gehören zu den Lebensmitteln, die viel Histamin enthalten oder als sogenannte „Histaminliberatoren“ wirken (sie setzen körpereigenes Histamin frei). Histamin regt die Belegzellen im Magen dazu an, mehr Magensäure zu produzieren. Menschen mit einer Histaminintoleranz oder einem empfindlichen Magen reagieren darauf besonders stark mit Sodbrennen.
5. Lange Kochzeiten
Passierte Tomaten werden oft für Saucen (wie Bolognese) verwendet, die lange köcheln. Durch das Einkochen konzentriert sich die Säure noch weiter. Zudem werden oft Fett (Öl) und scharfe Gewürze hinzugefügt, die die Produktion von Magensäure zusätzlich ankurbeln und die Verweildauer der Nahrung im Magen verlängern.
Tipps, um Sodbrennen durch Tomatensauce zu vermeiden:
- Zucker oder Natron: Eine Prise Zucker neutralisiert zwar nicht die Säure, mildert aber den Geschmack. Eine kleine Messerspitze Natron hingegen neutralisiert die Säure chemisch und macht die Sauce verträglicher.
- Karotten mitkochen: Fein geriebene Karotten in der Sauce binden einen Teil der Säure und verleihen eine natürliche Süße.
- Kürzere Garzeit: Wenn man die Sauce nicht stundenlang einkocht, bleibt sie oft bekömmlicher.
- Hochwertige Produkte: Reife Tomaten enthalten weniger Säure als unreif verarbeitete. Glasverpackungen sind oft besser als Dosen, da aus der Beschichtung von Dosen Stoffe austreten können, die den Magen zusätzlich reizen könnten (obwohl das heute seltener der Fall ist).
- Kräuter statt Schärfe: Verwenden Sie lieber Basilikum und Oregano statt scharfem Chili oder viel Pfeffer, um den Magen zu schonen.