Warum verursachen manche Damenbinden ein unangenehmes Hitzegefühl oder Schwitzen?
Das unangenehme Hitzegefühl oder Schwitzen bei der Verwendung von Damenbinden ist ein häufiges Problem. Es liegt meist an einer Kombination aus den verwendeten Materialien und dem dadurch entstehenden Mikroklima.
Hier sind die Hauptgründe im Detail:
1. Hoher Plastikanteil (Mangelnde Atmungsaktivität)
Viele herkömmliche Binden bestehen zu einem großen Teil aus Kunststoffen wie Polyethylen oder Polypropylen.
- Die Rückseite: Damit die Binde nicht ausläuft, hat sie auf der Unterseite oft eine dünne Plastikschicht. Diese wirkt wie eine Barriere – nicht nur für Flüssigkeit, sondern auch für Luft.
- Die Oberfläche: Auch die "Dry-Weave"-Oberflächen (das Plastiknetz oben) sind oft synthetisch. Da Kunststoff keine Feuchtigkeit aufnimmt und keine Luft durchlässt, entsteht ein Wärmestau.
2. Der "Treibhauseffekt" (Okklusion)
Durch die Kombination aus Körperwärme, Blut und der undurchlässigen Binde entsteht ein feucht-warmes Milieu im Intimbereich. Da der Schweiß und die natürliche Feuchtigkeit der Haut nicht verdunsten können, staut sich die Hitze direkt an der Hautoberfläche. Dies wird oft als "Schwitzen" oder "Hitzestau" wahrgenommen.
3. Superabsorber (Chemische Gele)
Im Inneren vieler Binden befinden sich sogenannte Superabsorber (SAP). Das sind kleine Kügelchen, die Flüssigkeit in Gel verwandeln.
- Dieses Gel schließt die Flüssigkeit zwar ein, ist aber sehr dicht und trägt dazu bei, dass die Binde insgesamt weniger luftdurchlässig ist als reine Baumwolle.
- Zudem berichten manche Frauen von einem Wärmeempfinden, wenn die chemische Reaktion der Flüssigkeitsbindung stattfindet (auch wenn dies physikalisch meist nur minimal ist).
4. Reibung und Hautirritationen
Synthetische Materialien können bei Bewegung an der empfindlichen Haut im Intimbereich reiben. Diese mechanische Reizung kann zu Rötungen und einem brennenden Gefühl führen, das oft als Hitze interpretiert wird.
5. Duftstoffe und Chemikalien
Manche Binden sind parfümiert oder mit Chemikalien gebleicht. Diese können die Haut irritieren oder leichte allergische Reaktionen auslösen. Eine gereizte Haut ist stärker durchblutet und fühlt sich dadurch heißer an.
6. Hormonelle Faktoren
Während der Periode ist die Körperkerntemperatur bei vielen Frauen ohnehin leicht erhöht. Wenn dann noch eine "isolierende" Binde hinzukommt, wird die Hitze am Körper schneller als unangenehm empfunden.
Was kann man dagegen tun?
Wenn du dieses Problem hast, könnten folgende Alternativen helfen:
- Bio-Binden: Diese bestehen meist aus zertifizierter Bio-Baumwolle und haben eine atmungsaktive Rückseite (oft aus Maisstärke statt Plastik). Sie lassen deutlich mehr Luft an die Haut.
- Stoffbinden: Diese sind waschbar, bestehen komplett aus Textilien (Baumwolle, Hanf, Bambus) und sind extrem atmungsaktiv.
- Menstruationstassen: Da sie intern getragen werden, gibt es keinen Kontakt zu den äußeren Hautpartien und somit keinen Hitzestau.
- Periodenunterwäsche: Hochwertige Periodenslips verwenden oft atmungsaktive Membranen, die Feuchtigkeit nach außen leiten, ähnlich wie Funktionskleidung beim Sport.
- Häufigeres Wechseln: Auch wenn die Binde noch nicht "voll" ist, hilft ein Wechsel, die Feuchtigkeit und Wärmeentwicklung zu reduzieren.