Warum versagt der Zündmechanismus bei Einwegfeuerzeugen oft, obwohl noch Gas vorhanden ist?
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Dass ein Einwegfeuerzeug trotz vorhandenem Gas nicht mehr zündet, ist ein häufiges Ärgernis. Die Ursachen hängen stark davon ab, ob es sich um ein klassisches Reibrad-Feuerzeug (mit Zündstein) oder ein Piezo-Feuerzeug (mit Druckknopf) handelt.
Hier sind die häufigsten Gründe:
1. Bei Reibrad-Feuerzeugen (z. B. klassische BICs)
- Abgenutzter Zündstein: Der Zündstein (ein kleiner Stab aus Auermetall) ist ein Verschleißteil. Er wird durch das Reibrad nach und nach abgerieben. Wenn er zu kurz wird, reicht der Druck der darunterliegenden Feder nicht mehr aus, um genügend Funken zu erzeugen.
- Verschmutztes Reibrad: In den feinen Rillen des Metallrads sammeln sich Hautfett, Staub oder Abrieb vom Zündstein an. Das Rad wird „glatt“ und rutscht über den Zündstein, ohne Funken zu schlagen.
- Feuchtigkeit: Zündsteine sind hygroskopisch (sie ziehen Wasser an). Wenn das Feuerzeug feucht geworden ist, wird der Zündstein weich und bröselig. Er erzeugt dann eher eine schmierige Masse als heiße Funken.
- Oxidation: Wenn ein Feuerzeug lange liegt, kann der Zündstein oxidieren und sich ausdehnen. Er klemmt dann im Kanal fest, und die Feder kann ihn nicht mehr gegen das Rad drücken.
2. Bei Piezo-Feuerzeugen (die mit dem „Klick“)
- Verschmutzte Elektrode: Dort, wo der Funke überspringen soll (an der kleinen Metalldüse), lagert sich oft Ruß oder Schmutz ab. Der elektrische Strom sucht sich dann einen anderen Weg, oder der Funke ist zu schwach, um das Gas zu entzünden.
- Verbogener Draht: Der kleine Draht, aus dem der Funke austritt, kann sich durch Hitze oder mechanische Einwirkung leicht verbiegen. Wenn der Abstand zur Düse zu groß oder zu klein ist, springt kein sauberer Funke in den Gasstrom.
- Ermüdung des Kristalls: Das Herzstück ist ein piezoelektrischer Kristall, der durch einen Schlag unter Spannung gesetzt wird. Nach einigen tausend Klicks kann die Mechanik ausleiern oder der Kristall mikroskopische Risse bekommen, sodass die erzeugte Spannung nicht mehr ausreicht.
- Feuchtigkeit: Schon kleinste Kondenswassertropfen im Inneren können einen Kurzschluss verursachen. Der Funke springt dann irgendwo im Gehäuse über, anstatt an der Düse.
3. Allgemeine Ursachen (bei beiden Typen)
- Verstopfte Düse: Staubflusen aus der Hosentasche setzen sich oft genau in die feine Düse, aus der das Gas austritt. Das Gas strömt dann nicht mehr gleichmäßig aus oder das Mischverhältnis mit Sauerstoff stimmt nicht.
- Kälte: Einwegfeuerzeuge enthalten meist Butan. Butan verdampft bei Temperaturen unter 0 °C kaum noch. Wenn das Feuerzeug zu kalt ist, reicht der Gasdruck nicht aus, um ein zündfähiges Gemisch zu bilden (daher hilft es oft, das Feuerzeug in der Hand anzuwärmen).
- Luft im System: Bei billigen Modellen kann sich nach einiger Zeit Luft oben am Ventil sammeln. Wenn man drückt, kommt zuerst ein Schwall Luft statt brennbarem Gas.
Was man versuchen kann:
- Reinigen: Mit Druckluft oder einer alten Zahnbürste das Reibrad oder die Düse säubern.
- Trocknen: Das Feuerzeug auf die Heizung legen.
- Anwärmen: In der geschlossenen Hand oder Hosentasche auf Körpertemperatur bringen.
- Justieren: Bei Piezo-Feuerzeugen vorsichtig versuchen, den kleinen Zünddraht mit einer Nadel wieder näher zur Gasdüse zu biegen.
Fazit: Meistens ist es eine Kombination aus Verschmutzung und mechanischem Verschleiß, die das Feuerzeug unbrauchbar macht, lange bevor der Brennstoff verbraucht ist. Da Einwegfeuerzeuge auf maximale Kosteneffizienz und nicht auf Langlebigkeit getrimmt sind, sind die Toleranzen für diese Fehler sehr gering.