Warum verblasst meine Haarfarbe schneller, wenn ich bestimmte tiefenpflegende Masken verwende?

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Es ist tatsächlich ein bekanntes Phänomen, dass ausgerechnet besonders reichhaltige oder tiefenpflegende Masken die Haarfarbe schneller „ziehen“ können. Das wirkt paradox, da man das Haar ja pflegen will, um die Farbe zu erhalten.

Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:

1. Das Öffnen der Schuppenschicht (Cuticula)

Damit eine Maske „tiefenwirksam“ sein kann, muss sie in das Innere des Haares (den Cortex) eindringen. Viele Masken sind so formuliert, dass sie die äußere Schuppenschicht des Haares leicht aufquellen lassen oder öffnen.

  • Das Problem: Wenn die Schuppenschicht offen ist, können Pflegestoffe hinein, aber die künstlichen Farbpigmente können gleichzeitig herausgleiten. Da Farbpigmente kleiner sind als viele Pflege-Moleküle, „waschen“ sie sich bei diesem Prozess regelrecht aus.

2. Öle als „Lösungsmittel“

Viele Tiefenmasken enthalten hohe Konzentrationen an natürlichen Ölen (z. B. Kokosöl, Olivenöl oder Arganöl).

  • Das Problem: Bestimmte Öle haben die Eigenschaft, sich mit den (oft ebenfalls lipophilen/fettliebenden) Bindemitteln der Haarfarbe zu verbinden. Vor allem Kokosöl dringt sehr tief in das Haar ein und kann beim Ausspülen die Farbpigmente mit nach draußen transportieren. Man nennt das oft den „Cleansing-Effekt“ von Ölen.

3. Zu lange Einwirkzeit und Wärme

Tiefenpflegende Masken werden oft 20–30 Minuten oder sogar über Nacht einwirken gelassen, oft noch unter Wärme (Handtuch-Turban).

  • Das Problem: Wärme öffnet die Schuppenschicht noch stärker. Je länger das Haar im nassen, aufgequollenen Zustand verweilt, desto mehr Zeit haben die Pigmente, sich aus der Verankerung im Haarschaft zu lösen.

4. Fehlende Versiegelung (pH-Wert)

Einige intensive Masken konzentrieren sich rein auf den Wiederaufbau (Proteine, Feuchtigkeit) und haben einen neutralen pH-Wert.

  • Das Problem: Haarfarbe hält am besten in einem leicht sauren Milieu, in dem die Schuppenschicht flach anliegt. Wenn die Maske die Schuppenschicht nicht am Ende des Vorgangs wieder fest verschließt (adstringierende Wirkung), bleibt das Haar porös und verliert beim nächsten Waschen noch mehr Farbe.

5. „Ausschwemm-Effekt“ bei porösem Haar

Wenn dein Haar durch das Färben bereits geschädigt ist, ist es wie ein Schwamm mit großen Poren. Eine Maske füllt diese Lücken. Wenn du die Maske dann mit viel Wasser ausspülst, entsteht ein mechanischer Fluss im Inneren des Haares, der die losen Farbpigmente einfach mitreißt.


Was kannst du dagegen tun?

  1. Spezielle „Color-Masken“ nutzen: Diese haben meist einen niedrigeren (sauren) pH-Wert und enthalten spezielle Polymere, die die Farbe versiegeln, anstatt nur das Haar zu öffnen.
  2. Kürzer, aber effektiver: Nutze lieber eine Maske mit kürzerer Einwirkzeit (5–10 Min.) und spüle sie mit kaltem Wasser aus. Kaltes Wasser hilft, die Schuppenschicht sofort zu schließen.
  3. Saure Rinse nach der Maske: Spüle dein Haar nach der Maske kurz mit einer Mischung aus Wasser und einem Schuss Apfelessig ab. Das schließt die Schuppenschicht und fixiert die Farbe.
  4. Keine reine Öl-Kur auf frisch gefärbtem Haar: Warte nach dem Färben mindestens 1–2 Wochen, bevor du schwere Öl-Masken verwendest.
  5. Leave-in-Pflege statt Maske: Wenn deine Farbe sehr instabil ist (z. B. bei Rot-Tönen), nutze lieber Leave-in-Conditioner. Diese pflegen von außen, ohne die Pigmente aus dem Inneren herauszuspülen.
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