Warum sollte Verbandwatte nicht bei Brandwunden als direkte Auflage verwendet werden?
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Verbandwatte sollte niemals als direkte Auflage auf Brandwunden verwendet werden. Das hat vor allem folgende Gründe:
- Verkleben mit der Wunde: Brandwunden sondern häufig Wundsekret (Exsudat) ab. Die feinen Fasern der Watte saugen sich damit voll und trocknen in die Wunde ein. Die Watte verfilzt regelrecht mit dem geschädigten Gewebe.
- Gewebeschädigung beim Verbandwechsel: Wenn der Verband gewechselt werden muss, lässt sich die Watte nicht schmerzfrei entfernen. Da sie mit der Wunde verklebt ist, reißt man beim Abziehen die frisch gebildete Hautschicht (Epithelschicht) und das empfindliche Heilungsgewebe wieder auf. Dies verzögert den Heilungsprozess erheblich.
- Infektionsgefahr durch Rückstände: Es ist fast unmöglich, Watte rückstandslos von einer feuchten Wunde zu entfernen. Winzige Baumwollfasern bleiben in der Brandwunde zurück. Diese Fremdkörper können Entzündungen hervorrufen und das Risiko für Infektionen steigern.
- Fusselbildung: Watte fusselt stark. Diese Fusseln verunreinigen die Wundfläche, was die Beurteilung der Wunde durch einen Arzt erschweren kann.
Was sollte man stattdessen verwenden?
Für Brandwunden gibt es spezielle nichthaftende Wundauflagen. Diese sind so beschichtet, dass sie nicht mit dem Wundgrund verkleben. Geeignet sind zum Beispiel:
- Metalline-Auflagen: Diese sind aluminiumbeschichtet und kleben nicht fest.
- Fettgaze (Salbentüll): Eine grobmaschige Gaze, die mit Salbe imprägniert ist, um ein Anhaften zu verhindern.
- Hydrogel-Verbände: Diese kühlen die Wunde zusätzlich und halten sie feucht, ohne zu verkleben.
Wichtig: Verbandwatte darf lediglich als Polstermaterial über einer geeigneten, nichthaftenden Wundauflage verwendet werden, um Druck abzufangen oder überschüssiges Sekret aufzusaugen – aber niemals mit direktem Kontakt zur Brandwunde.