Kann Wundgel auch bei leichten Brandwunden verwendet werden?
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Ja, Wundgel ist sogar sehr gut für die Behandlung von leichten Brandwunden geeignet.
Die meisten modernen Wundgele sind sogenannte Hydrogele. Diese erfüllen bei Verbrennungen (Grad 1 und leichte Grad 2) wichtige Funktionen:
Warum ist Wundgel bei Brandwunden hilfreich?
- Kühlung: Das Gel hat einen physikalischen Kühleffekt, der den brennenden Schmerz sofort lindert.
- Feuchtigkeit: Brandwunden trocknen schnell aus. Das Gel hält die Wunde feucht, was die Heilung beschleunigt und die Narbenbildung reduzieren kann.
- Schutz: Es bildet einen Schutzfilm über der Wunde, der verhindert, dass Keime eindringen, und die Wunde vor Reibung schützt.
- Keimreduktion: Viele Wundgele (z. B. mit Octenidin oder Polyhexanid) wirken zusätzlich leicht desinfizierend, ohne in der Wunde zu brennen.
Was ist bei der Anwendung zu beachten?
- Erst kühlen, dann gelen: Die wichtigste Erstmaßnahme bei einer Verbrennung ist das Kühlen mit fließendem, handwarmem Leitungswasser (ca. 15-20 °C) für etwa 10 bis 15 Minuten. Verwenden Sie kein Eiswasser!
- Auftragen: Tragen Sie das Gel danach etwa 2–3 mm dick auf die betroffene Stelle auf.
- Nicht einreiben: Das Gel sollte nur sanft aufgetragen werden. Bei Brandblasen darauf achten, diese nicht aufzustechen.
- Abdecken: Falls nötig, kann die Wunde mit einem sterilen Verband oder einem Pflaster abgedeckt werden. Das Gel verhindert auch, dass der Verband mit der Wunde verklebt.
Wann reicht Wundgel nicht mehr aus? (Wann zum Arzt?)
Wundgel ist nur für leichte Verbrennungen (Rötung, Schwellung, kleine geschlossene Blasen) gedacht. Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn:
- die Brandwunde größer als die Handfläche des Betroffenen ist.
- die Haut weißlich, gräulich oder schwarz aussieht (Verbrennung 3. Grades).
- sich die Verbrennung im Gesicht, an den Händen, Gelenken oder im Genitalbereich befindet.
- die Wunde stark eitert oder sich rötet (Anzeichen einer Infektion).
- es sich um ein Kleinkind oder einen Säugling handelt.
Wichtiger Hinweis: Verzichten Sie unbedingt auf alte „Hausmittel“ wie Mehl, Butter, Zahnpasta oder Puder. Diese verunreinigen die Wunde und können Entzündungen fördern. Ein modernes Wund- oder Brandgel ist die deutlich bessere Wahl.