Ist Wund- und Heilsalbe für die Erstversorgung von Brandwunden geeignet?
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Die kurze Antwort lautet: Nein, klassische Wund- und Heilsalben (wie z. B. Bepanthen) sind für die direkte Erstversorgung von Brandwunden nicht geeignet.
Hier ist die Erklärung, warum das so ist und wie du stattdessen vorgehen solltest:
Warum keine Fettsalbe bei frischen Brandwunden?
- Hitzestau: Wund- und Heilsalben basieren meist auf Fett oder Öl. Wenn du diese auf eine frische Brandwunde aufträgst, bildet sich ein Film. Dieser versiegelt die Haut und verhindert, dass die Resthitze aus dem Gewebe nach außen abgegeben werden kann. Die Folge: Die Hitze dringt tiefer ins Gewebe ein und verschlimmert die Verbrennung ("Nachbrennen").
- Infektionsgefahr: Bei Brandblasen oder offenen Stellen können Keime unter der Salbe eingeschlossen werden.
- Erschwerte Beurteilung: Wenn ein Arzt die Wunde begutachten muss, muss er die Salbe erst mühsam (und schmerzhaft) entfernen.
Die richtige Erstversorgung (Schritt für Schritt)
- Kühlen (mit Maß): Kühle die Stelle sofort mit handwarmem Leitungswasser (ca. 15–20 °C), aber nicht mit eiskaltem Wasser oder Eis. Kühle nur die betroffene Stelle für maximal 10–20 Minuten. (Achtung: Bei großflächigen Verbrennungen oder bei Babys/Kleinkindern nicht großflächig kühlen – Unterkühlungsgefahr!).
- Wunde abdecken: Decke die Wunde locker mit einer sterilen, nichthaftenden Kompresse (z. B. aus dem Verbandskasten) ab.
- Blasen in Ruhe lassen: Öffne niemals Brandblasen, da sie ein natürlicher Schutz gegen Infektionen sind.
Wann darf man Wund- und Heilsalbe verwenden?
Eine Wund- und Heilsalbe ist erst in der Heilungsphase sinnvoll, wenn:
- Die Hitze komplett aus dem Gewebe raus ist (nach einigen Stunden oder am nächsten Tag).
- Es sich nur um eine leichte Verbrennung 1. Grades handelt (Rötung wie bei einem leichten Sonnenbrand, keine Blasen).
- Die Wunde bereits beginnt abzuheilen und die Haut geschlossen ist, um sie geschmeidig zu halten.
Eine Ausnahme: Spezielle Brandgele
Es gibt im Handel spezielle Brandgele (oft auf Wasserbasis). Diese sind für die Erstversorgung konzipiert, da sie die Verdunstungskälte fördern und die Wunde kühlen, ohne sie fettig zu versiegeln.
Wann zum Arzt?
Du solltest einen Arzt aufsuchen, wenn:
- Sich Brandblasen bilden (Verbrennung 2. Grades).
- Die verbrannte Fläche größer als die Handfläche des Betroffenen ist.
- Das Gesicht, die Hände, Gelenke oder der Genitalbereich betroffen sind.
- Die Haut weißlich oder schwarz verfärbt ist (Verbrennung 3. Grades).
- Es sich um eine Verbrennung bei einem Kind oder Säugling handelt.
Zusammenfassend: Erst kühlen, dann steril abdecken. Salbe erst verwenden, wenn die akute Hitze weg und die Wunde stabil ist.