Warum sollte man Vitamin D3 zur Vermeidung von Gefäßverkalkungen nur in Kombination mit Vitamin K2 einnehmen?
Die Kombination von Vitamin D3 und Vitamin K2 wird oft empfohlen, weil sie synergetisch zusammenarbeiten, um den Calciumhaushalt im Körper zu regulieren. Vereinfacht gesagt: Vitamin D3 sorgt dafür, dass Calcium aufgenommen wird, während Vitamin K2 dafür sorgt, dass es an die richtigen Stellen geleitet wird.
Hier ist die detaillierte Erklärung, warum diese Kombination wichtig ist, um Gefäßverkalkungen zu vermeiden:
1. Die Rolle von Vitamin D3: Der „Türöffner“
Vitamin D3 erhöht die Aufnahme von Calcium aus dem Darm in den Blutkreislauf. Ohne ausreichend Vitamin D kann der Körper das über die Nahrung aufgenommene Calcium nicht effizient nutzen. Ein hoher Vitamin-D-Spiegel führt also zu einer höheren Konzentration von Calcium im Blut.
2. Das Problem: Calcium am falschen Ort
Wenn viel Calcium im Blut zirkuliert, muss der Körper entscheiden, wohin damit. Ohne die Steuerung durch Vitamin K2 besteht das Risiko, dass sich das Calcium nicht in den Knochen einlagert, sondern in den weichen Geweben, insbesondere in den Arterienwänden (Gefäßverkalkung) oder in den Nieren (Nierensteine). Dies wird oft als „Calcium-Paradoxon“ bezeichnet.
3. Die Rolle von Vitamin K2: Der „Verkehrspolizist“
Vitamin K2 aktiviert spezifische Proteine, die den Transport und die Verwertung von Calcium steuern:
- Osteocalcin: Dieses Protein wird durch Vitamin D3 gebildet, aber erst durch Vitamin K2 aktiviert. Es sorgt dafür, dass das Calcium aus dem Blut in die Hartsubstanz von Knochen und Zähnen eingebaut wird.
- Matrix-Gla-Protein (MGP): Dies ist der entscheidende Faktor für die Gefäße. MGP ist das stärkste bekannte Protein zur Hemmung von Gefäßverkalkungen. Es bindet freies Calcium im Blut und verhindert, dass es sich in den Arterienwänden festsetzt. Auch MGP benötigt Vitamin K2, um aktiviert zu werden.
Zusammenfassung des Mechanismus
- Vitamin D3 produziert die Proteine (Osteocalcin und MGP) und holt das Calcium ins Blut.
- Vitamin K2 aktiviert diese Proteine, damit sie das Calcium in die Knochen schieben und aus den Gefäßen fernhalten.
Was passiert bei einem K2-Mangel?
Nimmt man hohe Dosen Vitamin D3 ohne ausreichend Vitamin K2 ein, werden zwar viele calciumtransportierende Proteine gebildet, diese bleiben aber inaktiv. Das Ergebnis: Das Calcium bleibt im Blut und lagert sich bevorzugt als Plaque in den Gefäßen ab, was das Risiko für Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann.
Fazit
Die Kombination dient dem Gefäßschutz. Während Vitamin D3 für starke Knochen wichtig ist, stellt Vitamin K2 sicher, dass die Nebenwirkung der erhöhten Calciumaufnahme (nämlich die Verkalkung der Arterien) vermieden wird.
Hinweis: Wenn Sie Blutverdünner (wie Marcumar) einnehmen, sollten Sie die Einnahme von Vitamin K2 unbedingt vorher mit Ihrem Arzt absprechen, da Vitamin K die Blutgerinnung beeinflussen kann.