Warum sollte man einen Teebeutel nach der Ziehzeit nicht kräftig ausdrücken?

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Es gibt vor allem zwei Gründe, warum man einen Teebeutel nach der Ziehzeit nicht kräftig ausdrücken sollte. Beide haben mit dem Geschmack und der Qualität des Tees zu tun:

1. Freisetzung von Gerbstoffen (Tanninen)

Dies ist der wichtigste Grund. In den Teeblättern (besonders bei Schwarztee und Grüntee) sind Gerbstoffe enthalten. Während der normalen Ziehzeit lösen sich diese nur langsam im Wasser auf. Wenn man den Beutel jedoch fest ausdrückt, presst man eine hohe Konzentration dieser Tannine direkt in die Tasse.

  • Die Folge: Der Tee wird sehr bitter und bekommt einen unangenehm herben, „pelzigen“ Nachgeschmack (adstringierende Wirkung). Das feine Aroma des Tees wird dadurch überdeckt.

2. Trübung des Tees

In Teebeuteln befindet sich meist sehr fein geschnittener Tee (sogenannte „Fannings“ oder „Dust“). Wenn man den Beutel drückt, presst man nicht nur Flüssigkeit heraus, sondern auch kleinste Teepartikel und Schwebstoffe durch das Gewebe des Beutels.

  • Die Folge: Der Tee wird trüb und verliert seine Klarheit. Das sieht nicht nur weniger appetitlich aus, sondern kann auch das Mundgefühl beeinflussen.

Ein weiterer kleiner Grund: Das Risiko des Reißens

Teebeutel bestehen aus dünnem Filterpapier. Wenn man sie mit einem Löffel fest gegen den Tassenrand drückt oder sie mit der Schnur fest umwickelt, kann das Papier reißen. Dann hat man den gesamten Teesatz in der Tasse, was den Trinkgenuss erheblich stört.

Was ist die bessere Methode?

Man sollte den Teebeutel einfach vorsichtig aus der Tasse heben, ihn einen Moment über der Tasse abtropfen lassen und dann entsorgen. Wenn man den Tee etwas stärker mag, sollte man ihn lieber länger ziehen lassen oder zwei Beutel verwenden, anstatt den einen Beutel auszupressen.