Warum sollte man den Mund nach dem Zähneputzen nicht direkt mit viel Wasser ausspülen?

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Der Hauptgrund, warum man den Mund nach dem Zähneputzen nicht mit viel Wasser ausspülen sollte, ist das Fluorid in der Zahnpasta.

Hier sind die Details dazu:

1. Die Schutzwirkung des Fluorids

Fluorid ist der wichtigste Inhaltsstoff in der Zahnpasta, um Karies vorzubeugen. Es härtet den Zahnschmelz und hilft dabei, Mineralien wieder in den Zahn einzulagern (Remineralisierung), die durch Säuren aus der Nahrung herausgelöst wurden. Wenn du den Mund sofort mit viel Wasser ausspülst, wäschst du das konzentrierte Fluorid weg, bevor es seine Wirkung voll entfalten kann.

2. Die Einwirkzeit

Damit Fluorid effektiv arbeiten kann, benötigt es Zeit auf der Zahnoberfläche. Studien zeigen, dass ein kleiner Rest an Zahnpasta, der im Mund verbleibt, den Schutzfaktor deutlich erhöht. Wenn du nur ausspuckst und nicht spülst, bleibt ein dünner Film auf den Zähnen zurück, der über längere Zeit nachwirken kann.

3. Der Vergleich mit Creme

Man kann es sich wie bei einer Heilsalbe oder Feuchtigkeitscreme vorstellen: Wenn du dir die Hände eincremst und sie sofort danach unter fließendes Wasser hältst, hat die Creme keine Chance, in die Haut einzuziehen und zu wirken.


Die Experten-Empfehlung: "Spucken statt Spülen"

Zahnärzte und Gesundheitsorganisationen (wie die WHO) empfehlen folgendes Vorgehen:

  1. Gründlich putzen: Mindestens zwei Minuten lang.
  2. Überschüssigen Schaum ausspucken: Den groben Rest der Zahnpasta einfach ausspucken.
  3. Nicht nachspülen: Auf das Wasser verzichten oder – falls man es gar nicht lassen kann – nur einen ganz kleinen Schluck Wasser verwenden.

Ein kleiner Tipp für diejenigen, die das klebrige Gefühl nicht mögen: Wenn du unbedingt spülen möchtest, kannst du nach dem Putzen eine fluoridhaltige Mundspülung verwenden. Diese ersetzt den Fluoridfilm, den das Wasser weggewaschen hat. Allerdings ist das einfache Weglassen des Wassers nach dem Putzen die kostengünstigste und effektivste Methode.