Warum kann ein zu früh durchgeführter Schwangerschaftstest ein falsches negatives Ergebnis liefern?
Ein zu früh durchgeführter Schwangerschaftstest liefert deshalb oft ein „falsch-negatives“ Ergebnis, weil die Konzentration des Schwangerschaftshormons hCG (humanes Choriongonadotropin) im Körper noch nicht hoch genug ist, um vom Test erkannt zu werden.
Hier sind die genauen Gründe im Detail:
1. Die Rolle des hCG-Hormons
Ein Schwangerschaftstest reagiert auf das Hormon hCG. Dieses Hormon wird erst produziert, wenn sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut einnistet.
- Die Einnistung findet etwa 6 bis 12 Tage nach dem Eisprung statt.
- Erst ab diesem Zeitpunkt beginnt der Körper mit der Produktion von hCG.
2. Der Anstieg des Hormonspiegels
In der Frühschwangerschaft verdoppelt sich die hCG-Konzentration etwa alle zwei Tage.
- Zu Beginn: Direkt nach der Einnistung ist die Menge an hCG im Blut und vor allem im Urin noch extrem gering.
- Die Nachweisgrenze: Jeder Test hat eine bestimmte Empfindlichkeit (gemessen in mIU/ml). Ein Standard-Test schlägt oft erst ab einer Konzentration von 20 oder 25 mIU/ml an. Wird der Test gemacht, bevor dieser Schwellenwert erreicht ist, zeigt er „negativ“ an, obwohl eine Befruchtung stattgefunden hat.
3. Der Zeitpunkt des Eisprungs
Viele Frauen berechnen ihren Testzeitpunkt basierend auf ihrem Kalender. Der Eisprung kann sich jedoch durch Stress, Krankheit oder andere Faktoren um einige Tage nach hinten verschieben.
- Wenn der Eisprung später stattfand als gedacht, hat auch die Einnistung später stattgefunden.
- In diesem Fall ist der hCG-Wert zum Zeitpunkt des Tests noch weit unter der Nachweisgrenze.
4. Die Urinkonzentration
Besonders bei einem frühen Test spielt die Konzentration des Urins eine große Rolle.
- Wenn man vor dem Test viel getrunken hat, wird der Urin verdünnt. Das darin enthaltene hCG wird ebenfalls verdünnt und sinkt unter die Nachweisgrenze des Tests.
- Deshalb wird empfohlen, Frühtests immer mit dem ersten Morgenurin durchzuführen, da dieser die höchste Hormonkonzentration aufweist.
Wann ist ein Test sicher?
- Frühtests: Können theoretisch schon einige Tage vor dem Ausbleiben der Periode funktionieren, sind aber sehr unzuverlässig (hohe Fehlerquote).
- Sicherstes Ergebnis: Ein Test ist am zuverlässigsten ab dem ersten Tag der ausbleibenden Periode (NMT – Nächster Menstruationstermin). Zu diesem Zeitpunkt ist die hCG-Konzentration bei den meisten Frauen hoch genug, um von jedem handelsüblichen Test erkannt zu werden.
Fazit: Ein „negatives“ Ergebnis bei einem zu frühen Test bedeutet lediglich, dass momentan kein hCG nachweisbar ist – es schließt eine Schwangerschaft jedoch nicht aus. Bei Ausbleiben der Periode sollte der Test nach 2-3 Tagen wiederholt werden.