Warum ist eine spezielle Pflege für die Augenpartie wichtig?

Melden

Die Haut um die Augen unterscheidet sich anatomisch deutlich von der restlichen Gesichtshaut. Deshalb hat sie auch ganz spezifische Bedürfnisse. Hier sind die Hauptgründe, warum eine spezielle Augenpflege sinnvoll und wichtig ist:

1. Die Haut ist extrem dünn

Die Hautpartie um die Augen ist mit etwa 0,5 Millimetern die dünnste des gesamten Körpers (zum Vergleich: Die restliche Gesichtshaut ist etwa dreimal so dick). Da sie so dünn ist, scheinen Blutgefäße leichter durch, was zu den typischen dunklen Augenringen führt.

2. Kaum Talgdrüsen und Fettgewebe

Im Bereich der Augen gibt es fast keine Talgdrüsen und kaum stützendes Unterhautfettgewebe.

  • Die Folge: Die Haut kann sich kaum selbst mit Lipiden (Fetten) versorgen und trocknet schneller aus.
  • Das Ergebnis: Es entstehen viel früher sogenannte Trockenheitsfältchen als in anderen Gesichtspartien.

3. Ständige Beanspruchung (Mimik)

Die Augenpartie ist fast ununterbrochen in Bewegung. Wir blinzeln bis zu 15.000 Mal am Tag, wir lachen, kneifen die Augen zusammen oder blinzeln gegen das Licht. Diese enorme mechanische Belastung führt dazu, dass sich Mimikfalten (wie Krähenfüße) hier zuerst zeigen.

4. Neigung zu Schwellungen und Stauungen

Das Lymphsystem arbeitet im Augenbereich oft etwas langsamer. Da das Gewebe dort sehr locker ist, kann sich Flüssigkeit leicht einlagern. Eine spezielle Augenpflege enthält oft Wirkstoffe (wie Koffein), die die Mikrozirkulation anregen und beim Abschwellen helfen.

5. Empfindlichkeit und Reizgefahr

Normale Gesichtscremes sind oft für die Augenpartie ungeeignet, da sie:

  • Kriechöle enthalten: Diese Öle „wandern“ in das Auge und können den Tränenfilm reizen oder zu Bindehautentzündungen führen. Spezielle Augencremes sind so formuliert, dass sie dort bleiben, wo sie aufgetragen wurden.
  • Parfüm- und Konservierungsstoffe: Die dünne Haut nimmt Stoffe schneller auf. Herkömmliche Cremes sind oft stärker parfümiert, was die Augenpartie reizen oder allergische Reaktionen auslösen kann.
  • Der pH-Wert: Augenpflegeprodukte sind oft an den pH-Wert der Tränenflüssigkeit angepasst, um Brennen zu vermeiden.

Zusammenfassung: Was leistet eine gute Augenpflege?

  • Hydratisierung: Sie liefert intensive Feuchtigkeit ohne zu beschweren.
  • Schutz: Sie stärkt die dünne Barrierefunktion der Haut.
  • Wirkung gegen Problemzonen: Sie enthält gezielte Wirkstoffe gegen Augenringe (z.B. Vitamin C, Niacinamide) oder Schwellungen (z.B. Koffein).
  • Anti-Aging: Sie regt die Kollagenproduktion an, um die dünne Haut elastisch zu halten.

Pro-Tipp für die Anwendung: Augencreme sollte nicht verrieben, sondern mit dem Ringfinger (der hat die geringste Kraft) sanft eingeklopft werden. Das schont das empfindliche Gewebe und regt gleichzeitig die Durchblutung an.

0