Warum ist eine Nackenstütze für Seitenschläfer oft ungeeignet, wenn sie zu flach ist?
Eine Nackenstütze (oder ein Nackenstützkissen), die für einen Seitenschläfer zu flach ist, führt dazu, dass die anatomisch korrekte Ausrichtung der Wirbelsäule verloren geht.
Hier sind die spezifischen Gründe, warum eine zu flache Stütze problematisch ist:
1. Abknicken der Halswirbelsäule (HWS)
Beim Seitenschlafen muss die Lücke zwischen dem Kopf und der Matratze (die durch die Breite der Schulter entsteht) überbrückt werden. Ist das Kissen zu flach, sackt der Kopf nach unten Richtung Matratze ab. Die Halswirbelsäule wird dadurch seitlich überstreckt bzw. "knickt ab".
2. Einseitige Belastung der Muskulatur
Durch das Absinken des Kopfes wird die Nackenmuskulatur auf der oben liegenden Seite dauerhaft gedehnt, während sie auf der unten liegenden Seite gestaucht wird. Dies führt zu:
- Verspannungen: Man wacht mit einem steifen Hals auf.
- Spannungskopfschmerzen: Die Dysbalance der Muskulatur zieht oft bis in den Hinterkopf.
3. Kompression der Schulter
Wenn der Kopf nicht ausreichend gestützt wird, lastet mehr Gewicht auf der Schulter, die in die Matratze einsinkt. Um den Höhenunterschied auszugleichen, ziehen viele Schläfer unbewusst die Schulter hoch oder drehen sie nach vorne. Dies kann zu Schulterschmerzen oder dem sogenannten "Einschlafen" der Arme führen (da Nerven abgedrückt werden).
4. Bandscheibenbelastung
Die Bandscheiben im Bereich der Halswirbelsäule regenerieren sich nachts, indem sie Flüssigkeit aufnehmen. Das funktioniert am besten in einer neutralen, geraden Position. Durch die Fehlstellung bei einem zu flachen Kissen entsteht ein ungleichmäßiger Druck auf die Bandscheiben, was langfristig zu Verschleiß führen kann.
Worauf kommt es bei der Höhe an?
Die ideale Höhe eines Nackenstützkissens für Seitenschläfer hängt von zwei Faktoren ab:
- Schulterbreite: Menschen mit breiten Schultern benötigen ein höheres Kissen als Menschen mit schmalen Schultern.
- Einsinktiefe der Matratze: Wenn die Matratze im Schulterbereich sehr weich ist (Schulterzone), sinkt die Schulter tief ein – das Kissen darf dann etwas flacher sein. Auf einer harten Matratze hingegen muss das Kissen deutlich höher sein, um die Distanz zu überbrücken.
Fazit: Ein Kissen für Seitenschläfer ist dann passend, wenn Kopf, Hals und Wirbelsäule eine gerade Linie bilden. Ist das Kissen zu flach, hängt der Kopf durch, was die Erholung verhindert und Schmerzen verursacht.