Warum ist die Gefahr einer Überdosierung bei der Verwendung von Flüssigwaschmittel besonders hoch?

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Die Gefahr einer Überdosierung ist bei Flüssigwaschmittel aus mehreren Gründen besonders hoch. Es ist eine Kombination aus psychologischen Faktoren, der Handhabung der Verpackung und der chemischen Beschaffenheit des Mittels.

Hier sind die Hauptgründe im Detail:

1. Die „Viel hilft viel“-Mentalität (Psychologie)

Viele Verbraucher haben das Gefühl, dass eine kleine Menge Flüssigkeit nicht ausreicht, um eine ganze Trommel Wäsche sauber zu bekommen. Da Flüssigwaschmittel oft hochkonzentriert sind, wirkt die eigentlich benötigte Menge im Vergleich zum Volumen der Wäsche optisch sehr gering. Das verleitet dazu, „einen Schluck extra“ dazuzugeben.

2. Unübersichtliche Dosierhilfen

Die Verschlusskappen der Flaschen dienen meist als Dosierbecher. Dabei gibt es zwei Probleme:

  • Größe der Kappe: Die Kappe ist oft viel größer als die eigentlich benötigte Menge. Wer die Kappe bis zum Rand füllt, überdosiert meist massiv.
  • Schlechte Lesbarkeit: Die Skalierungen (Milliliter-Angaben) im Inneren der Kappe sind oft transparent auf transparentem Grund oder sehr klein eingeprägt, sodass sie im schlechten Licht der Waschküche kaum erkennbar sind.

3. Fehlende Einschätzung der Beladung und Wasserhärte

Die Dosierempfehlungen auf der Rückseite der Flasche beziehen sich auf drei Faktoren: Verschmutzungsgrad, Wasserhärte und Gewicht der Wäsche.

  • Die meisten Menschen kennen ihre lokale Wasserhärte nicht genau und dosieren sicherheitshalber für „hartes Wasser“ (die höchste Menge).
  • Die Wäschemenge wird oft überschätzt. Moderne Maschinen fassen oft 7–9 kg, werden aber häufig nur halb voll beladen. Wer dann nach der Standardempfehlung für eine volle Maschine dosiert, verdoppelt die Menge effektiv.

4. Hohe Konzentration der Inhaltsstoffe

Moderne Flüssigwaschmittel sind oft „Compact“-Produkte. Sie enthalten weniger Wasser und mehr waschaktive Substanzen (Tenside). Schon eine Abweichung von wenigen Millilitern macht hier einen großen Unterschied in der Gesamteffektivität und Schaumbildung aus.

5. Das „Augenmaß“ beim Gießen

Da es sich um eine Flüssigkeit handelt, wird sie oft direkt aus der schweren Flasche in das Waschmittelfach gegossen („Freischnauze“). Aufgrund des Gewichts der Flasche und des Schwungs der Flüssigkeit landet fast immer mehr in der Schublade, als eigentlich geplant war.


Warum ist Überdosierung ein Problem?

Die Folgen einer Überdosierung bei Flüssigwaschmittel sind gravierender, als viele denken:

  1. Biofilm und Geruch: Überschüssiges Flüssigwaschmittel (besonders in Verbindung mit niedrigen Waschtemperaturen) lagert sich in der Maschine ab. Es bildet sich ein schleimiger Biofilm, der ein Nährboden für Bakterien ist. Die Folge: Die Waschmaschine und die Wäsche fangen an, muffig zu riechen.
  2. Hautirritationen: Waschmittelrückstände bleiben in den Fasern der Kleidung hängen und können bei empfindlichen Menschen Allergien oder Juckreiz auslösen.
  3. Umweltbelastung: Mehr Chemie im Abwasser belastet die Klärwerke und Gewässer unnötig.
  4. Kosten: Man verbraucht das Produkt deutlich schneller, als es laut Packungsangabe nötig wäre.
  5. Grauschleier: Paradoxerweise führt zu viel Flüssigwaschmittel auf Dauer oft zu einem Grauschleier, da die Tenside den Schmutz nicht mehr richtig abtransportieren können, wenn die Spülgänge der Maschine nicht auf die riesigen Schaummengen ausgelegt sind.

Tipp: Verwenden Sie zur Dosierung immer einen separaten Messbecher oder eine Dosierkugel und informieren Sie sich beim lokalen Wasserversorger über Ihre Wasserhärte. Oft reicht bei weichem Wasser und normal verschmutzter Wäsche die kleinstmögliche Dosis völlig aus.

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