Warum erfordert die Verwendung von Dünnbettmörtel bei Kalksandstein eine besonders hohe Präzision beim Anlegen der ersten Steinschicht?

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Die Verwendung von Dünnbettmörtel (Dicke ca. 1 bis 3 mm) bei Kalksandstein-Plansteinen erfordert deshalb eine extrem hohe Präzision bei der ersten Schicht, weil der extrem dünne Mörtel keine Korrekturen von Unebenheiten mehr zulässt.

Hier sind die detaillierten Gründe:

1. Fehlende Ausgleichsmöglichkeit in den Folgeschichten

Bei herkömmlichem Normalmörtel (Fugendicke ca. 12 mm) kann Maurerpfusch oder eine leichte Schräglage in jeder neuen Schicht durch ein etwas dickeres oder dünneres Mörtelbett ausgeglichen werden. Beim Dünnbettverfahren ist die Mörtelschicht so dünn, dass sie lediglich als Kleber dient. Wenn die erste Schicht (die sogenannte „Anlegeschicht“) nicht absolut waagerecht und fluchtgerecht ist, setzt sich dieser Fehler über alle folgenden Schichten fort. Man kann eine Neigung oder einen „Buckel“ später nicht mehr „wegmörteln“.

2. Die Maßhaltigkeit der Plansteine

Kalksandstein-Plansteine sind industriell mit extrem geringen Toleranzen gefertigt (sie sind sehr präzise geschnitten). Um diesen Vorteil der exakten Maße zu nutzen, muss die Basis perfekt sein. Schon eine Abweichung von wenigen Millimetern in der ersten Schicht führt dazu, dass die Wand am oberen Ende (z. B. nach 10 Schichten) deutlich schief steht oder die Stoßfugen nicht mehr exakt übereinanderpassen.

3. Statik und Kraftfluss

Dünnbettmörtel ermöglicht eine nahezu vollflächige Kraftübertragung zwischen den Steinen. Wenn die Steine aufgrund einer unebenen ersten Schicht nicht plan aufeinanderliegen, entstehen Spannungsspitzen. Im schlimmsten Fall liegen die Steine nur punktuell auf, was zu Rissen im Stein oder in der Wand führen kann, da die Last nicht gleichmäßig verteilt wird.

4. Optik und Nachfolgegewerke

Da Dünnbettmörtelwände oft sehr glatt sind, werden sie häufig nur dünn verputzt oder direkt gestrichen/gespachtelt. Jede Ungenauigkeit in der ersten Schicht führt zu Versprüngen (Zähnen) in der Wandfläche. Diese müssen später mühsam abgeschliffen werden, oder der Verputzer muss deutlich mehr Material auftragen, was die Kostenvorteile des Systems zunichtemacht.

Wie wird das Problem gelöst?

Um diese Präzision zu erreichen, wird die erste Schicht (die Kimmschicht) niemals mit Dünnbettmörtel, sondern immer in ein dickes Bett aus Normalmörtel (MG III) gesetzt.

  • Dabei wird meist ein Nivelliergerät oder ein Laser verwendet.
  • Jeder einzelne Stein der ersten Schicht wird mit der Wasserwaage und dem Gummihammer exakt auf das Zielmaß eingeklopft.
  • Erst wenn diese erste Schicht absolut perfekt ausgehärtet ist, beginnt das schnelle „Kleben“ der restlichen Wand mit Dünnbettmörtel.

Zusammenfassend: Die erste Schicht ist das Fundament für die gesamte Geometrie der Wand. Da der Dünnbettmörtel zu dünn zum Ausgleichen ist, muss die Basis zu 100 % im Wasser sein.

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