Warum ist der Kauf von Erdbeeren außerhalb der regionalen Saison ökologisch problematisch?

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Der Kauf von Erdbeeren außerhalb der regionalen Saison (in Deutschland etwa von Mai bis Juli) ist aus mehreren ökologischen Gründen problematisch. Die Hauptfaktoren sind der enorme Wasserverbrauch, der hohe Energieaufwand für Transport und Beheizung sowie der Einsatz von Pestiziden.

Hier sind die wichtigsten Aspekte im Detail:

1. Hoher Wasserverbrauch in Trockengebieten

Die meisten Winter-Erdbeeren in europäischen Supermärkten stammen aus Südspanien (Region Huelva) oder Nordafrika (Marokko).

  • Wassermangel: Erdbeeren sind sehr wasserintensive Pflanzen. In diesen ohnehin trockenen Regionen führt der massive Anbau dazu, dass der Grundwasserspiegel drastisch sinkt.
  • Bedrohung von Ökosystemen: In Spanien wird oft illegal Wasser aus Brunnen abgepumpt, was das UNESCO-Weltnaturerbe Doñana-Nationalpark (eines der wichtigsten Feuchtgebiete Europas) austrocknet. Zugvögel und seltene Tierarten verlieren dadurch ihren Lebensraum.

2. Lange Transportwege und CO2-Emissionen

Da Erdbeeren sehr empfindlich sind, müssen sie schnell transportiert werden.

  • LKW-Transport: Erdbeeren aus Spanien oder Ägypten legen tausende Kilometer in Kühl-LKWs zurück, was große Mengen an CO2 ausstößt.
  • Flugware: Erdbeeren aus Übersee (z. B. Ägypten, Peru oder Südafrika) haben eine katastrophale Klimabilanz, da der Transport per Flugzeug bis zu 50-mal mehr CO2 verursacht als der Transport per LKW.

3. Energieintensive Beheizung (bei „früher“ heimischer Ware)

Manchmal finden sich schon im März oder April „deutsche“ Erdbeeren im Regal. Diese stammen meist aus beheizten Gewächshäusern.

  • Heizenergie: Um die Hallen auf Sommertemperaturen zu bringen, wird meist fossile Energie (Gas oder Öl) genutzt. Die CO2-Bilanz einer beheizten heimischen Erdbeere im März kann sogar schlechter sein als die einer importierten Freiland-Erdbeere aus Spanien.

4. Einsatz von Pestiziden und Monokulturen

  • Chemikalien: Damit die Früchte den langen Transport makellos überstehen und in den feucht-warmen Folientunneln nicht schimmeln, werden sie intensiv mit Fungiziden (gegen Pilze) und Insektiziden behandelt.
  • Boden auslaugung: Der Anbau in riesigen Monokulturen unter Plastikfolien laugt die Böden aus und zerstört die lokale Biodiversität. Insekten finden dort keinen Lebensraum mehr.

5. Plastikmüll

Außerhalb der Saison werden Erdbeeren fast ausschließlich in Plastikschalen verkauft, oft noch zusätzlich mit Folie verschweißt, um die Feuchtigkeit zu halten. Bei regionaler Ware während der Saison ist der Verkauf in Pappschalen oder sogar das Selbstpflücken ohne Verpackung üblich.

6. Soziale Aspekte (oft eng mit Ökologie verknüpft)

Obwohl es ein ökologisches Thema ist, sollte man den sozialen Aspekt nicht vergessen: In den Anbauregionen im Süden arbeiten oft Migranten unter prekären Bedingungen, ohne ausreichenden Arbeitsschutz vor den versprühten Pestiziden und zu sehr niedrigen Löhnen.

Fazit

Eine Erdbeere im Winter ist ein "Luxusprodukt", das mit einem hohen Preis für die Umwelt erkauft wird. Ökologisch sinnvoll ist es, Erdbeeren nur dann zu kaufen, wenn sie in der eigenen Region im Freiland reifen. Dann schmecken sie zudem meist deutlich besser, da sie vollreif geerntet werden können und keine langen Transportwege hinter sich haben.

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