Warum hat Vollmilchschokolade im Vergleich zu Zartbitterschokolade eine geringere antioxidative Wirkung?

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Dass Vollmilchschokolade eine geringere antioxidative Wirkung hat als Zartbitterschokolade, liegt im Wesentlichen an drei Hauptgründen: dem geringeren Kakaogehalt, der Wechselwirkung mit Milchproteinen und der geringeren Bioverfügbarkeit der enthaltenen Antioxidantien.

Hier sind die Details:

1. Geringerer Kakaogehalt

Die gesundheitsfördernden Antioxidantien in der Schokolade – vor allem Flavonoide (Polyphenole) – stammen ausschließlich aus der Kakaobohne.

  • Zartbitterschokolade hat in der Regel einen Kakaogehalt von 70 % bis zu 99 %.
  • Vollmilchschokolade enthält meist nur zwischen 25 % und 50 % Kakao. Da der restliche Anteil aus Zucker und Milchpulver besteht, ist die absolute Menge an Antioxidantien pro Gramm Schokolade in der Milchvariante deutlich niedriger.

2. Die Rolle der Milchproteine (Caseine)

Dies ist der entscheidende biochemische Grund: Milch enthält Proteine, insbesondere Casein. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass diese Proteine mit den Flavonoiden des Kakaos Komplexe bilden. Das bedeutet, dass sich die Eiweißmoleküle der Milch an die Antioxidantien binden.

  • Durch diese Bindung werden die Antioxidantien quasi „maskiert“ oder neutralisiert.
  • Das Ergebnis: Der Körper kann sie nicht mehr so effizient aufnehmen.

3. Reduzierte Bioverfügbarkeit

Selbst wenn man eine Milchschokolade mit einem relativ hohen Kakaogehalt essen würde, wäre der gesundheitliche Nutzen geringer als bei einer gleichwertigen dunklen Schokolade.

  • Die oben erwähnten Komplexe aus Milchprotein und Flavonoiden sorgen dafür, dass die Antioxidantien im Verdauungstrakt schlechter resorbiert (aufgenommen) werden.
  • Studien haben gezeigt, dass der Gehalt an Antioxidantien im Blut nach dem Verzehr von dunkler Schokolade deutlich ansteigt, während dieser Effekt beim Verzehr von Milchschokolade (oder dunkler Schokolade zusammen mit einem Glas Milch) stark abgeschwächt ist.

4. Höherer Zucker- und Fettgehalt

Vollmilchschokolade enthält wesentlich mehr Zucker und Milchfett. Ein hoher Zuckerkonsum kann im Körper oxidativen Stress fördern. Das bedeutet, dass die wenigen vorhandenen Antioxidantien in der Milchschokolade damit beschäftigt sind, den durch den Zucker verursachten Stress auszugleichen, anstatt andere positive Wirkungen im Körper zu entfalten.

Zusammenfassung

Vollmilchschokolade verliert im Vergleich zur Zartbitterschokolade doppelt: Einerseits enthält sie von Natur aus weniger des gesunden Rohstoffs (Kakao), und andererseits verhindert die zugesetzte Milch, dass die verbleibenden gesunden Stoffe vom Körper effektiv genutzt werden können.

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