Warum gilt Ruchbrot als gesünder als helles Weizenbrot?

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Ruchbrot gilt im Vergleich zu hellem Weizenbrot (Weissbrot) aus mehreren ernährungsphysiologischen Gründen als deutlich gesünder. Der Hauptgrund liegt in der Art des verwendeten Mehls und dessen Ausmahlungsgrad.

Hier sind die wichtigsten Punkte, warum Ruchbrot die gesündere Wahl ist:

1. Höherer Gehalt an Ballaststoffen

Ruchmehl wird aus dem Äußeren des Getreidekorns gewonnen, nachdem das Weissmehl entzogen wurde. Es enthält noch wesentliche Teile der Randschichten des Korns.

  • Wirkung: Ballaststoffe fördern die Verdauung, halten den Darm gesund und sorgen für ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Weissbrot hingegen enthält kaum Ballaststoffe und macht daher schneller wieder hungrig.

2. Mehr Vitamine und Mineralstoffe

Die meisten wertvollen Inhaltsstoffe des Getreidekorns sitzen in den äußeren Schichten (Aleuronschicht). Da diese beim Ruchmehl weitgehend erhalten bleiben, ist das Brot reicher an:

  • B-Vitaminen (wichtig für den Stoffwechsel und die Nerven).
  • Mineralstoffen wie Magnesium, Eisen, Kalzium und Phosphor.
  • Helles Weissbrot besteht fast nur aus dem Mehlkörper (Stärke), während die nährstoffreichen Ränder abgesiebt werden.

3. Niedrigerer Glykämischer Index (Blutzuckerspiegel)

Da Ruchbrot komplexere Kohlenhydrate und mehr Ballaststoffe enthält, werden diese vom Körper langsamer abgebaut.

  • Wirkung: Der Blutzuckerspiegel steigt nach dem Essen langsamer und gleichmäßiger an. Es kommt nicht zu so starken Insulinausschüttungen wie bei Weissbrot. Dies beugt Heißhungerattacken vor und ist langfristig besser zur Vermeidung von Diabetes Typ 2.

4. Bessere Eiweißzusammensetzung

In den Randschichten des Korns befinden sich auch hochwertigere Proteine als im reinen Mehlkern. Ruchbrot liefert daher eine etwas bessere biologische Wertigkeit des pflanzlichen Eiweißes.

Was genau ist Ruchmehl?

In der Schweiz (wo der Begriff am gebräuchlichsten ist) wird Mehl nach dem Ausmahlungsgrad unterteilt:

  • Weissmehl: Nur der innere Kern (ca. 65 % des Korns).
  • Halbweissmehl: Etwas mehr Randschichten.
  • Ruchmehl: Enthält ca. 85 % des Getreidekorns (inklusive der wertvollen Schalenanteile).
  • Vollkornmehl: Enthält 98–100 % des Korns.

Fazit: Ruchbrot ist die „goldene Mitte“. Es kommt dem Vollkornbrot in Sachen Gesundheit sehr nahe, ist aber im Geschmack oft kräftiger und herzhafter als Weissbrot, ohne die manchmal als zu schwer empfundene Textur von reinem Vollkornbrot zu haben.