Warum führt Reifenglanz auf der Lauffläche eines Reifens zu erhöhter Rutschgefahr?

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Reifenglanz auf der Lauffläche eines Reifens ist extrem gefährlich, da er die physikalischen Eigenschaften verändert, die für die Bodenhaftung (Grip) verantwortlich sind.

Hier sind die Hauptgründe, warum dies zu einer erhöhten Rutschgefahr führt:

1. Schmiermittel-Effekt (Silikone und Öle)

Die meisten Reifenglanzmittel basieren auf Silikonen, Ölen oder Polymeren. Diese Stoffe sind darauf ausgelegt, eine glatte, wasserabweisende Schicht zu bilden, damit der Reifen glänzt. Auf der Reifenflanke ist das harmlos, aber auf der Lauffläche wirken diese Inhaltsstoffe wie ein Gleitmittel. Der Reibungswiderstand zwischen dem Reifen und der Straße wird drastisch reduziert – ähnlich wie bei einer Ölspur oder Seifenlauge.

2. Verminderung der Haftreibung

Sicherheit beim Fahren entsteht durch die Reibung zwischen dem Gummi und dem Asphalt.

  • Beschleunigen: Die Räder drehen durch, da die Kraft nicht auf die Straße übertragen werden kann.
  • Bremsen: Der Bremsweg verlängert sich massiv, da der Reifen über den Asphalt rutscht, statt sich zu "verzahnen".
  • Kurvenfahrt: Die Seitenführungskräfte können nicht aufgebaut werden, das Fahrzeug bricht aus (Untersteuern oder Übersteuern).

3. Wasserabweisende Wirkung (Gefahr bei Nässe)

Reifenglanz ist hydrophob (wasserabweisend). Wenn es regnet, kann sich zwischen dem mit Pflegemittel behandelten Reifen und der nassen Straße kein ordentlicher Kontakt mehr aufbauen. Das Wasser wird nicht mehr effizient durch das Profil verdrängt, was das Risiko für Aquaplaning schon bei sehr geringen Geschwindigkeiten massiv erhöht.

4. Einziehen in die Gummiporen

Reifengummi ist leicht porös. Das Glanzmittel kann in die oberste Schicht des Gummis eindringen. Das bedeutet, dass die Rutschgefahr nicht nach ein paar Metern Fahrt verschwindet, sondern so lange bestehen bleibt, bis diese "kontaminierte" Schicht durch Abrieb vollständig abgetragen wurde.

5. Unvorhersehbares Fahrverhalten

Besonders gefährlich ist es, wenn das Mittel ungleichmäßig aufgetragen wurde. Wenn ein Rad mehr Grip hat als das andere, kann das Fahrzeug beim Bremsen oder in Kurven völlig unvorhersehbar reagieren und ausbrechen.


Wichtige Sicherheitshinweise:

  • Nur die Flanken behandeln: Reifenglanz darf ausschließlich auf die Seitenwände (Flanken) des Reifens aufgetragen werden.
  • Sprühnebel vermeiden: Wenn Sie Sprays verwenden, achten Sie darauf, dass kein Nebel auf die Lauffläche oder – noch schlimmer – auf die Bremsscheiben gelangt.
  • Was tun, wenn es passiert ist? Falls versehentlich Glanzmittel auf die Lauffläche gelangt ist, sollten Sie diese vor der Fahrt mit einem starken Fettlöser (z. B. Bremsenreiniger oder Spülmittel und viel Wasser) gründlich reinigen und die ersten Kilometer extrem vorsichtig fahren.

Fazit: Reifenglanz auf der Lauffläche macht den Reifen im Grunde zu einer "Rutschbahn". Im Straßenverkehr oder bei Motorrädern kann dies lebensgefährliche Folgen haben.