Warum führt eine ungleichmäßige Verteilung von Rasendünger zu einem fleckigen Wachstumsbild?
Eine ungleichmäßige Verteilung von Rasendünger führt deshalb zu einem fleckigen Bild, weil Rasengräser sehr direkt und lokal auf die verfügbare Nährstoffmenge reagieren. Da sich Dünger im Boden kaum horizontal (seitwärts) ausbreitet, entstehen scharf abgegrenzte Zonen mit unterschiedlichem Erscheinungsbild.
Hier sind die drei Hauptgründe für die Fleckenbildung:
1. Nährstoffmangel (Helle/Gelbe Flecken)
An Stellen, die beim Düngen ausgelassen wurden, fehlt es dem Gras vor allem an Stickstoff.
- Wirkung: Stickstoff ist der „Motor“ des Wachstums und zuständig für die Bildung von Chlorophyll (Blattgrün).
- Ergebnis: Das Gras wächst an diesen Stellen deutlich langsamer, bleibt niedrig und verfärbt sich hellgrün bis gelblich. Im Vergleich zum restlichen Rasen wirkt es kümmerlich.
2. Luxuskonsum und sattes Grün (Dunkelgrüne Flecken)
An Stellen, an denen die korrekte Menge Dünger gelandet ist, zeigt der Rasen sein Idealergebnis.
- Wirkung: Die Gräser bilden viel Chlorophyll und wachsen kräftig.
- Ergebnis: Es entstehen Inseln oder Streifen mit sattem Dunkelgrün und dichtem Wuchs. Der Kontrast zu den ungedüngten, hellen Stellen macht das Fleckenmuster erst richtig sichtbar.
3. Überdüngung und „Verbrennungen“ (Braune Flecken)
An Stellen, an denen der Dünger gehäuft liegen geblieben ist (z. B. beim Befüllen des Streuwagens oder durch Überlappung der Streubahnen), passiert das Gegenteil von Wachstum.
- Wirkung (Osmose): Dünger besteht meist aus Mineralsalzen. In zu hoher Konzentration entziehen diese Salze den Wurzeln des Grases durch Osmose das Wasser, anstatt sie zu nähren.
- Ergebnis: Das Gras „verbrennt“ chemisch. Es wird erst dunkelbraun oder schwarz und stirbt dann ab. Es entstehen kahle oder strohige Stellen.
Warum ist das Muster oft streifig?
Meistens entsteht das fleckige Bild durch die Art der Ausbringung:
- Handausbringung: Da die menschliche Hand keine exakte Dosierung pro Quadratmeter schafft, entstehen typische "Wurfmuster".
- Falsche Streuwagennutzung: Wenn sich die Bahnen des Streuwagens zu weit überschneiden (dunkle Streifen/Verbrennungen) oder Lücken gelassen werden (helle Streifen), entsteht ein auffälliges Zebra-Muster.
Wie vermeidet man das?
- Streuwagen benutzen: Ein korrekt eingestellter Streuwagen ist deutlich präziser als die Hand.
- Über Kreuz streuen: Die empfohlene Düngermenge halbieren und die Fläche einmal längs und einmal quer abfahren. Das gleicht Ungenauigkeiten aus.
- Wässern: Nach dem Düngen ausgiebig wässern, damit sich die Düngerkörner auflösen und die Nährstoffe gleichmäßig in den Boden einsickern können.
- Nicht auf nassem Rasen düngen: Die Düngerkörner bleiben sonst an den Grashalmen kleben und verursachen dort punktuelle Verbrennungen, bevor sie den Boden erreichen.