Wie entstehen unschöne Schlieren bei einer ungleichmäßigen Verteilung von Reifenglanz?
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Das Entstehen von unschönen Schlieren bei der Anwendung von Reifenglanz (Tiershine) ist ein häufiges Problem, das meist auf eine Kombination aus chemischen Reaktionen, physikalischen Gegebenheiten des Reifenmaterials und Anwendungsfehlern zurückzuführen ist.
Hier sind die Hauptgründe, warum diese Schlieren entstehen:
1. Mangelhafte Vorreinigung (Der "Schmutz-Film")
Dies ist die häufigste Ursache. Reifen sammeln im Alltag Bremsstaub, Straßendreck und alte Schichten von Reifenpflegemitteln an.
- Der Effekt: Wenn du den Reifenglanz auf einen schmutzigen Reifen aufträgst, vermischt sich das Mittel mit dem oberflächlichen Dreck. Es entsteht eine Art "schlammige" Emulsion. An Stellen mit mehr Dreck wirkt das Mittel dunkler oder matter, was zu einem fleckigen Gesamtbild führt.
- Das Ergebnis: Schlieren durch ungleichmäßige Bindung an die Gummioberfläche.
2. Unterschiedliche Saugfähigkeit des Gummis
Reifen bestehen aus Gummimischungen, die über die Zeit altern und porös werden können.
- Der Effekt: Trockene oder ältere Stellen im Gummi saugen das Pflegemittel stärker auf als "gesündere" Stellen. Wenn das Mittel ungleichmäßig verteilt wird, gesättigen sich manche Poren sofort, während andere oberflächlich feucht bleiben.
- Das Ergebnis: Ein "Schecken-Look", bei dem manche Bereiche glänzen und andere matt wirken.
3. Produktansammlungen in Reliefs und Schriftzügen
Reifenflanken sind nicht glatt; sie haben Logos, Größenangaben und feine Rillen.
- Der Effekt: In diesen Vertiefungen sammelt sich überschüssiges Produkt (besonders bei Sprays). Während die glatten Flächen dünn benetzt sind, stehen in den Vertiefungen "Seen" des Mittels.
- Das Ergebnis: Wenn das Mittel trocknet oder der Wagen losfährt, laufen diese Reservoirs aus oder hinterlassen durch die höhere Schichtdicke dunklere Streifen.
4. Die Chemie: Silikon vs. Wasserbasis
- Lösemittelhaltige Produkte: Diese ziehen oft schneller ein, können aber bei ungleichmäßigem Auftrag "Ränder" bilden, ähnlich wie Wasserfarben auf Papier, wenn eine Stelle schneller trocknet als die angrenzende.
- Wasserbasierte Produkte: Diese sind oft milchig. Wenn sie nicht ordentlich verrieben werden, trocknen die Polymer-Bestandteile ungleichmäßig auf, was weiße oder bläuliche Schlieren hinterlassen kann.
5. Umwelteinflüsse während der Anwendung
- Hitze/Sonne: Wenn der Reifen durch die Fahrt oder direkte Sonneneinstrahlung heiß ist, verdampfen die Trägerstoffe des Pflegemittels zu schnell. Das Mittel lässt sich nicht mehr gleichmäßig verstreichen und "stockt" sofort beim Kontakt mit dem Gummi.
- Feuchtigkeit: Wenn der Reifen nach der Wäsche noch restfeucht ist, stößt das (meist öl- oder silikonhaltige) Pflegemittel das Wasser ab. Es entstehen Inseln und Schlieren, da das Produkt keine Verbindung mit dem Gummi eingehen kann.
6. Der "Sling-Effekt" (Abschleudern)
Wenn zu viel Produkt aufgetragen wurde und es nicht lange genug eingezogen ist, entstehen Schlieren erst nach der Abfahrt.
- Der Effekt: Die Fliehkraft schleudert überschüssiges, flüssiges Material vom Reifen weg.
- Das Ergebnis: Streifen auf der Reifenflanke und – noch ärgerlicher – feine Spritzer auf dem frisch gewaschenen Lack des Kotflügels.
Wie vermeidet man Schlieren?
- Gründliche Reinigung: Nutze eine Bürste und einen speziellen Reifenreiniger (oder Allzweckreiniger), bis der Schaum weiß bleibt (brauner Schaum deutet auf Schmutz und altes Gummi-Schutzwachs hin).
- Trocknung: Der Reifen muss absolut trocken sein.
- Applikator nutzen: Sprühe das Mittel nicht direkt auf den Reifen, sondern auf einen Schwamm oder einen speziellen Pinsel. So lässt es sich viel gleichmäßiger dünn ausstreichen.
- Nachwischen: Warte ca. 5–10 Minuten und wische dann mit einem alten Mikrofasertuch leicht über den Reifen, um Überschüsse abzunehmen. Das mattiert den Glanz zwar minimal, verhindert aber Schlieren und das Abschleudern während der Fahrt.
- Dünne Schichten: Lieber zwei sehr dünne Schichten auftragen als eine dicke.