Warum brennt die Nase während oder nach einer Nasenspülung?
Ein Brennen in der Nase während oder nach einer Nasenspülung ist ein häufiges Phänomen. Meistens liegt es nicht an der Spülung selbst, sondern an der Zusammensetzung der Flüssigkeit oder der Temperatur.
Hier sind die Hauptgründe, warum die Nase brennen kann:
1. Falsches Mischverhältnis (Osmotischer Druck)
Dies ist der häufigste Grund. Unsere Schleimhäute benötigen eine Lösung, die den gleichen Salzgehalt hat wie unsere Körperflüssigkeiten (Tränen, Blut). Man nennt dies eine isotonische Lösung (ca. 0,9 % Salzgehalt).
- Zu wenig Salz (Hypotonisch): Wenn du reines Wasser ohne Salz (oder mit zu wenig Salz) verwendest, dringt das Wasser durch Osmose in die Zellen der Nasenschleimhaut ein, um den Salzgehalt auszugleichen. Die Zellen schwellen an, was als stechender Schmerz oder Brennen empfunden wird.
- Zu viel Salz (Hypertonisch): Wenn die Lösung zu salzig ist, entzieht sie den Zellen Wasser. Auch das reizt die Nervenenden und verursacht ein brennendes Gefühl.
2. Die Wassertemperatur
Die Nase ist sehr empfindlich gegenüber Temperaturen.
- Zu kalt: Kaltes Wasser verursacht einen Kältereiz, der als stechend oder brennend wahrgenommen werden kann.
- Zu heiß: Heißes Wasser kann die empfindlichen Schleimhäute verbrühen.
- Ideal: Das Wasser sollte handwarm sein (ca. 36–37 Grad).
3. Ungeeignetes Salz oder Zusatzstoffe
Nicht jedes Salz ist für die Nase geeignet.
- Jod oder Fluorid: Speisesalz mit Zusätzen wie Jod, Fluorid oder Trennmitteln (die das Verklumpen verhindern) kann die Nasenschleimhaut stark reizen.
- Chlor: In manchen Regionen enthält Leitungswasser Chlor. Schon geringe Mengen können bei empfindlichen Menschen Brennen auslösen. In diesem Fall hilft es, das Wasser vorher abzukochen oder stilles Mineralwasser zu verwenden.
4. Gereizte oder entzündete Schleimhäute
Wenn deine Nase bereits stark entzündet, wund oder extrem trocken ist (z. B. bei einer schweren Erkältung oder Allergie), kann selbst eine perfekt angemischte isotonische Lösung im ersten Moment brennen. Das liegt daran, dass die Flüssigkeit an die bereits „offenen“ oder hochempfindlichen Stellen gelangt.
5. Falscher pH-Wert
Normales Leitungswasser in Kombination mit Salz ist manchmal leicht sauer. Professionelle Nasenspülsalze enthalten oft Natriumhydrogencarbonat als Puffer, um den pH-Wert zu stabilisieren und die Lösung milder zu machen.
Tipps, damit es nicht mehr brennt:
- Exakt dosieren: Verwende am besten die Dosierbeutel, die bei den Nasenkannen dabei sind. Wenn du selbst mischst: Auf 500 ml Wasser kommen ca. 4,5 g Salz (etwa ein gestrichener Teelöffel).
- Richtiges Salz: Nutze reines Meersalz oder spezielles Nasenspülsalz aus der Apotheke/Drogerie ohne Zusätze.
- Temperatur prüfen: Teste das Wasser wie bei einem Babyfläschchen am Handgelenk. Es sollte sich weder warm noch kalt anfühlen.
- Zuerst Schnäuzen: Reinige die Nase vorsichtig vor der Spülung, um groben Schleim zu entfernen.
- Mund offen lassen: Halte während des Spülens den Mund weit offen, damit die Lösung weich fließen kann und nicht in den Rachen oder die Ohren (Eustachi-Röhre) gelangt.
Hinweis: Wenn das Brennen extrem stark ist, die Nase blutet oder die Beschwerden nach der Spülung schlimmer werden, solltest du einen HNO-Arzt aufsuchen.