Darf man eine Nasenspülung auch bei einer stark verstopften Nase durchführen?

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Bei einer stark verstopften Nase ist bei einer Nasenspülung Vorsicht geboten. Hier ist die Antwort im Detail:

Die kurze Antwort:

Nein, man sollte keine Nasenspülung erzwingen, wenn die Nase komplett "dicht" ist. Wenn das Wasser nicht auf der einen Seite hinein- und auf der anderen Seite wieder herausfließen kann, kann es zu Problemen kommen.


Warum ist eine Spülung bei komplett verstopfter Nase problematisch?

  1. Druck auf die Ohren: Wenn das Wasser nicht abfließen kann, baut sich Druck auf. Die Spülflüssigkeit kann dann in die Eustachische Röhre (die Verbindung zum Mittelohr) gedrückt werden. Das kann schmerzhaft sein und im schlimmsten Fall eine Mittelohrentzündung begünstigen.
  2. Keimverschleppung: Durch den Druck könnten Sekrete und Bakterien in die Nebenhöhlen oder eben in Richtung der Ohren gepresst werden.
  3. Kein Effekt: Die Spülung erreicht die Schleimhäute nicht flächendeckend, wenn der Weg mechanisch durch Schwellungen blockiert ist.

Die richtige Vorgehensweise bei verstopfter Nase

Wenn Sie trotz Verstopfung eine Spülung machen möchten, um den Schleim zu lösen, gehen Sie so vor:

  1. Abschwellendes Nasenspray nutzen: Benutzen Sie etwa 10 bis 15 Minuten vor der Nasenspülung ein herkömmliches abschwellendes Nasenspray.
  2. Warten: Warten Sie, bis die Schleimhäute abgeschwollen sind und Sie wieder einigermaßen durch die Nase atmen können.
  3. Spülen: Erst wenn die Nasengänge frei sind, ist die Nasenspülung sicher und effektiv. Sie hilft dann dabei, den restlichen Schleim, Erreger und Pollen herauszubefördern.

Wann darf man die Nasenspülung auf keinen Fall machen?

  • Wenn ein Nasengang völlig undurchlässig ist (auch nach Nasenspray).
  • Bei einer akuten Mittelohrentzündung.
  • Bei eitrigen Entzündungen der Nasennebenhöhlen (hier vorher den Arzt fragen).
  • Nach frischen Operationen an der Nase (nur nach Rücksprache mit dem Chirurgen).
  • Bei Verletzungen des Nasendachs.

Wichtige Tipps für die Durchführung:

  • Isotonische Lösung: Verwenden Sie immer die richtige Menge Salz (meist ein Dosierbeutel auf 250 ml Wasser). Zu viel oder zu wenig Salz brennt in der Nase.
  • Wasserqualität: Verwenden Sie lauwarmes Leitungswasser (in Ländern mit schlechter Wasserqualität oder bei bekannter Keimbelastung im Haus vorher abkochen).
  • Hygiene: Reinigen Sie die Nasendusche nach jedem Gebrauch gründlich und lassen Sie sie an der Luft trocknen.

Fazit: Wenn die Nase nur leicht verstopft ist und das Wasser fließt, ist es okay. Wenn sie komplett zu ist: Erst abschwellendes Spray, dann spülen.

Hinweis: Diese Information dient der allgemeinen Aufklärung und ersetzt keinen ärztlichen Rat.