Wann wurde das erste industriell gefertigte Toilettenpapier erfunden?

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Das erste industriell gefertigte Toilettenpapier wurde im Jahr 1857 in den USA erfunden.

Hier sind die wichtigsten Meilensteine der Entwicklung:

  1. 1857: Die Erfindung durch Joseph Gayetty Der Amerikaner Joseph Gayetty brachte das erste kommerzielle Toilettenpapier auf den Markt. Es handelte sich dabei jedoch nicht um Rollen, sondern um lose, in Hanföl und Aloe Vera getränkte Blätter, die in Schachteln verkauft wurden. Er nannte es „Gayetty’s Medicated Paper“ und vermarktete es als medizinisches Produkt (besonders für Menschen mit Hämorrhoiden). Auf jedem Blatt war sein Name aufgedruckt.

  2. 1879 / 1890: Die Einführung der Rolle Die Scott Paper Company (gegründet von den Brüdern Edward und Clarence Scott) begann um 1890 damit, Toilettenpapier auf Rollen zu verkaufen. Das Konzept der perforierten Rolle wurde bereits 1871 von Seth Wheeler patentiert, aber erst durch die Gebrüder Scott massentauglich gemacht. Damals galt das Thema jedoch als so schambesetzt, dass die Firma ihren Namen anfangs nicht auf die Verpackung drucken wollte.

  3. 1928: Die erste Produktion in Deutschland In Deutschland wurde das erste industriell gefertigte Toilettenpapier von Hans Klenk eingeführt. Er gründete 1928 in Ludwigsburg die Firma Hakle (ein Akronym aus Hans Klenk). Eine Rolle bestand damals aus 1000 Blatt rauem Krepppapier.

Interessanter Fakt: Vor der industriellen Herstellung nutzten die Menschen fast alles, was verfügbar war: Blätter, Moos, Wolle, Tonscherben, Maiskolben oder – nach der Erfindung des Buchdrucks – alte Zeitungen und Kataloge. Letzteres war so verbreitet, dass viele Häuser in den USA extra Haken in den Plumpsklos hatten, um den „Sears, Roebuck“-Katalog daran aufzuhängen.