Wann ist die typische Erntezeit für Kartoffeln in Mitteleuropa?

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Die Erntezeit für Kartoffeln in Mitteleuropa erstreckt sich über einen recht langen Zeitraum, da sie stark von der jeweiligen Sorte abhängt. Man unterteilt die Kartoffeln grob in drei Gruppen:

1. Frühkartoffeln

  • Erntezeit: Juni bis Juli
  • Merkmale: Sie haben eine sehr kurze Wachstumszeit (ca. 90–110 Tage). Die Schale ist meist noch sehr dünn und lässt sich leicht mit den Fingern abreiben.
  • Besonderheit: Diese Kartoffeln sind nicht lagerfähig und sollten innerhalb weniger Tage verzehrt werden.

2. Mittelfrühe Kartoffeln

  • Erntezeit: August bis September
  • Merkmale: Diese Sorten benötigen etwa 120–140 Tage bis zur Reife.
  • Besonderheit: Sie können bereits eine gewisse Zeit gelagert werden (einige Wochen bis Monate), dienen aber oft dem direkten Verbrauch nach der Ernte.

3. Späte Kartoffeln (Lagerkartoffeln)

  • Erntezeit: September bis Oktober (manchmal bis in den November, vor dem ersten starken Frost)
  • Merkmale: Sie haben die längste Wachstumsdauer (ca. 140–160 Tage).
  • Besonderheit: Da sie für die Einlagerung über den Winter gedacht sind, lässt man sie voll ausreifen. Die Schale ist fest und dick ("schalenfest"), was sie haltbar macht.

Woran erkennt man, dass die Kartoffeln reif sind?

Abgesehen vom Kalender gibt es ein klares Zeichen der Pflanze:

  1. Das Kraut stirbt ab: Wenn das oberirdische Grün gelb und schließlich braun und dürr wird, ist das Wachstum abgeschlossen. Die Pflanze lagert nun die letzte Energie in die Knollen um.
  2. Die Schalenprobe: Für Lagerkartoffeln wartet man nach dem Absterben des Krauts oft noch etwa 2 Wochen, damit die Schale im Boden nachhärten kann. Wenn man eine Kartoffel ausgräbt und die Schale sich nicht mehr mit dem Daumen verschieben lässt, ist sie bereit für die Ernte und Lagerung.

Zusammenfassend:

Die Hauptsaison für die großen Mengen an Speise- und Lagerkartoffeln in Mitteleuropa liegt im September und Oktober.