Wann ist das Tragen von Stützstrümpfen im Alltag sinnvoll?

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Das Tragen von Stützstrümpfen (oder medizinischen Kompressionsstrümpfen) ist in vielen Alltagssituationen sinnvoll, vor allem wenn die Venen Schwerstarbeit leisten müssen.

Man unterscheidet dabei grundlegend zwischen leichten Stützstrümpfen (zur Vorbeugung bei gesunden Venen) und medizinischen Kompressionsstrümpfen (bei bereits bestehenden Venenleiden, vom Arzt verschrieben).

Hier sind die wichtigsten Situationen, in denen das Tragen im Alltag sinnvoll ist:

1. Bei stehenden oder sitzenden Berufen

Wenn man über Stunden fast ununterbrochen steht (z.B. Verkauf, Gastronomie, Friseure) oder sitzt (Bürojob, Lkw-Fahrer), fehlt die Unterstützung der "Muskelpumpe" in den Waden. Das Blut sackt in die Beine ab.

  • Wirkung: Die Strümpfe verhindern, dass die Beine schwer werden, anschwellen oder "pochen".

2. Auf langen Reisen (Flugzeug, Auto, Bahn)

Langes Sitzen in enger Position bei Reisen, die länger als 4 Stunden dauern, erhöht das Risiko für eine Reisethrombose massiv.

  • Wirkung: Sie fördern den Rückfluss des Blutes zum Herzen und verhindern Schwellungen durch Flüssigkeitseinlagerungen (Ödeme).

3. In der Schwangerschaft

Durch hormonelle Veränderungen wird das Bindegewebe weicher und die Venen weiten sich. Zudem drückt das wachsende Kind auf die Venen im Becken.

  • Wirkung: Vorbeugung von Krampfadern, Wassereinlagerungen und Entlastung des Kreislaufs.

4. Bei ersten Anzeichen von Venenschwäche

Wenn Sie folgende Symptome bemerken, ist das Tragen im Alltag ratsam:

  • Schwere, müde Beine am Abend.
  • Geschwollene Knöchel (besonders bei Hitze).
  • Sichtbare Besenreiser oder erste Krampfadern.
  • Nächtliche Wadenkrämpfe.

5. Bei familiärer Veranlagung

Wenn Eltern oder Großeltern stark unter Krampfadern oder Thrombosen litten, ist das Bindegewebe oft genetisch schwächer. Hier wirken Stützstrümpfe rein präventiv, um die Venenklappen so lange wie möglich funktionsfähig zu halten.

6. Nach Operationen oder Verletzungen

Um das Risiko von Blutgerinnseln (Thrombosen) zu minimieren, wenn man sich im Alltag noch nicht wieder voll bewegen kann.


Wichtige Tipps für den Alltag:

  • Morgens anziehen: Ziehen Sie die Strümpfe direkt nach dem Aufstehen an, bevor die Beine die Chance haben, anzuschwellen.
  • Der feine Unterschied:
    • Stützstrümpfe gibt es im Drogeriemarkt oder Sanitätshaus ohne Rezept. Sie sind für venen-gesunde Menschen gedacht.
    • Kompressionsstrümpfe haben einen definierten Druckverlauf und werden bei Venenerkrankungen vom Arzt verordnet und im Sanitätshaus individuell angepasst.
  • Viel bewegen: Auch mit Strümpfen ist Bewegung (Gehen, Fußgymnastik) wichtig, um die Venenpumpe zu aktivieren.

Wann sollte man vorsichtig sein?

Bei schweren Durchblutungsstörungen der Arterien (z.B. "Schaufensterkrankheit"), schweren Herzproblemen oder neuropathischen Erkrankungen (z.B. durch fortgeschrittenen Diabetes) sollte man Strümpfe nur nach Rücksprache mit einem Arzt tragen, da der Druck in diesen Fällen schaden kann.

Fazit: Stützstrümpfe sind im Alltag immer dann sinnvoll, wenn die Beine über längere Zeit in einer Position verharren oder einer besonderen Belastung (Schwangerschaft, Hitze) ausgesetzt sind. Sie sind heute optisch kaum noch von normalen Strumpfhosen oder Socken zu unterscheiden.