Sollte man eine Haarkur im gesamten Haar oder nur in den Längen und Spitzen verteilen?

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Die kurze Antwort lautet: In der Regel sollte eine Haarkur nur in den Längen und Spitzen verteilt werden.

Hier ist die genauere Erklärung, warum das so ist und wann es Ausnahmen gibt:

1. Warum nicht am Ansatz?

  • Fettiger Ansatz: Die Kopfhaut produziert natürliches Fett (Talg), das den Haaransatz meist ausreichend geschmeidig hält. Trägt man dort zusätzlich eine reichhaltige Kur auf, wirkt das Haar schon kurz nach dem Waschen wieder fettig oder strähnig.
  • Volumenverlust: Haarkuren sind darauf ausgelegt, die Schuppenschicht zu schließen und das Haar zu beschweren (um Frizz zu bändigen). Am Ansatz führt das dazu, dass das Haar platt am Kopf anliegt und jegliches Volumen verliert.
  • Verstopfte Poren: Manche Inhaltsstoffe (wie Silikone oder schwere Öle) können bei empfindlicher Haut die Poren der Kopfhaut zusetzen.

2. Warum in den Längen und Spitzen?

  • Alter des Haares: Die Spitzen sind der älteste Teil des Haares. Sie haben schon hunderte Wäschen, Sonnenstunden und Reibung (an Kleidung) hinter sich. Hier ist die Schutzschicht am stärksten beschädigt.
  • Feuchtigkeitsbedarf: In die Längen gelangt das natürliche Fett der Kopfhaut kaum noch. Deshalb benötigen sie die externe Pflege einer Kur, um elastisch zu bleiben und Spliss vorzubeugen.

3. Die Ausnahmen (Wann die Kur doch überall hin darf)

Es gibt zwei Situationen, in denen man von dieser Regel abweicht:

  • Spezielle Kopfhaut-Kuren: Es gibt Masken, die explizit dafür entwickelt wurden, die Kopfhaut zu beruhigen (z. B. bei extrem trockener, juckender Kopfhaut oder Schuppen). Diese müssen natürlich auch am Ansatz einmassiert werden.
  • Extrem kurzes Haar: Bei einem Pixie-Cut oder sehr kurzen Haaren lässt es sich kaum vermeiden, dass das Produkt die Kopfhaut berührt. Hier sollte man jedoch eine sehr leichte Kur wählen und diese gründlich ausspülen.

Tipps für die richtige Anwendung:

  1. Ohr-Regel: Beginne mit dem Verteilen der Kur etwa auf Höhe der Ohren und arbeite dich bis in die Spitzen vor.
  2. Handtuchtrockenes Haar: Drücke dein Haar nach dem Waschen sanft mit einem Handtuch aus. Wenn das Haar klatschnass ist, perlt die Kur einfach ab und kann nicht tief eindringen.
  3. Kämmen: Verteile die Kur mit einem grobzinkigen Kamm, um sicherzustellen, dass jede Strähne in den Längen etwas abbekommt.
  4. Gründlich ausspülen: Spüle die Kur so lange aus, bis sich das Haar nicht mehr „glitschig“, sondern nur noch weich anfühlt. Rückstände können das Haar beschweren.