Warum sollte man Conditioner in der Regel nur in die Haarlängen und Spitzen einarbeiten und nicht auf die Kopfhaut auftragen?
Es gibt mehrere gute Gründe, warum Conditioner (Spülung) fast immer nur für die Haarlängen und Spitzen empfohlen wird. Hier sind die wichtigsten Punkte:
1. Die Kopfhaut fettet von Natur aus selbst
Die Kopfhaut besitzt Talgdrüsen, die natürliches Fett (Sebum) produzieren. Dieses Fett dient dazu, die Haut und den Haaransatz geschmeidig zu halten. Da der Haaransatz direkt an der Quelle sitzt, ist er meist ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt. Wenn man zusätzlich Conditioner auf die Kopfhaut gibt, führt das zu einer „Überpflegung“. Die Folge: Das Haar wirkt bereits kurz nach dem Waschen fettig, strähnig und ungepflegt.
2. Verlust von Volumen
Conditioner enthalten Inhaltsstoffe wie Öle, Silikone oder Polymere, die das Haar glätten und weich machen. Diese Stoffe haben ein gewisses Eigengewicht. Wenn sie direkt am Haaransatz aufgetragen werden, beschweren sie das Haar. Das führt dazu, dass das Haar platt am Kopf anliegt und jegliches Volumen verloren geht.
3. Verstopfung der Poren und Irritationen
Die Inhaltsstoffe in Conditionern sind darauf ausgelegt, die Schuppenschicht des Haares zu schließen. Auf der Kopfhaut können diese reichhaltigen Stoffe jedoch die Poren verstopfen. Dies kann zu verschiedenen Problemen führen:
- Juckreiz und Irritationen
- Schuppenbildung
- Pickelchen auf der Kopfhaut
- In extremen Fällen kann ein dauerhaft verstopfter Haarfollikel sogar das Haarwachstum beeinträchtigen.
4. Unterschiedliche Haarstruktur (Alt vs. Jung)
Haar am Ansatz ist „junges“ Haar. Es ist gesund, die Schuppenschicht ist meist noch intakt und es benötigt kaum externe Pflege. Die Haarspitzen hingegen sind oft Monate oder Jahre alt. Durch Reibung an Kleidung, Föhnhitze und Umwelteinflüsse ist die Schuppenschicht dort aufgeraut und benötigt die glättende Wirkung des Conditioners. Man gibt die Pflege also dorthin, wo sie tatsächlich gebraucht wird.
Gibt es Ausnahmen?
Wie bei fast jeder Regel gibt es Ausnahmen:
- Spezielle Kopfhaut-Conditioner: Es gibt Produkte, die explizit für die Kopfhaut entwickelt wurden (z. B. gegen extrem trockene Kopfhaut oder Schuppenflechte). Diese sind meist leichter formuliert und enthalten keine porenverstopfenden Stoffe.
- Extrem lockiges oder krauses Haar (Afro-Haar): Diese Haartypen sind oft bis zum Ansatz sehr trocken, da das natürliche Sebum der Kopfhaut es aufgrund der Lockenstruktur schwerer hat, den Haarschaft hinunterzuwandern. Hier kann eine Pflege näher am Ansatz manchmal sinnvoll sein.
Fazit für die Routine:
Trage den Conditioner etwa ab Ohrhöhe bis in die Spitzen auf. Lasse ihn kurz einwirken und spüle ihn gründlich aus. So erhältst du glänzende Längen und behältst gleichzeitig Frische und Volumen am Ansatz.