Warum werden meine Haare durch eine Haarkur oft beschwert und hängen platt herunter?
Dass Haare nach einer Kur beschwert sind und platt herunterhängen, ist ein häufiges Problem. Es liegt meist nicht an der Kur selbst, sondern daran, dass das Produkt nicht optimal auf den Haartyp oder die Anwendung abgestimmt ist.
Hier sind die Hauptgründe, warum das passiert:
1. Zu reichhaltige Inhaltsstoffe für deinen Haartyp
Haarkuren sind darauf ausgelegt, die Schuppenschicht des Haares zu durchdringen und es intensiv zu pflegen. Wenn du feines oder dünnes Haar hast, aber eine Kur für "sehr trockenes, strapaziertes oder dickes Haar" verwendest, sind die enthaltenen Öle (wie Butter oder schwere Pflanzenöle) und Proteine schlichtweg zu schwer. Sie legen sich wie ein Film um das Haar und ziehen es nach unten.
2. Anwendung am Haaransatz
Dies ist der häufigste Fehler. Die Kopfhaut produziert natürliches Fett (Talg), das den Ansatz ohnehin geschmeidig hält. Eine Kur gehört nur in die Längen und Spitzen (etwa ab Ohrhöhe abwärts). Wenn das Produkt an den Ansatz gelangt, verliert das Haar sofort sein Volumen und wirkt fettig oder "klätschig".
3. Nicht gründlich genug ausgespült
Haarkuren sind sehr konzentriert. Wenn nach dem Waschen noch Rückstände im Haar verbleiben, beschweren diese das Haar beim Trocknen extrem. Das Haar fühlt sich dann oft wachsig oder klebrig an.
- Tipp: Spüle so lange, bis sich das Wasser nicht mehr seifig anfühlt und die Haare "quietschen", wenn du mit den Fingern darüberfährst.
4. Der "Build-up"-Effekt durch Silikone
Viele konventionelle Kuren enthalten Silikone. Diese legen sich um das Haar, um es glänzend und kämmbar zu machen. Bei häufiger Anwendung schichten sich diese Silikone übereinander (Build-up). Das Haar wird immer schwerer, verliert seine natürliche Sprungkraft und lässt sich kaum noch stylen.
5. Zu lange Einwirkzeit
Mehr hilft nicht immer mehr. Wenn eine Kur 3–5 Minuten einwirken soll, du sie aber 30 Minuten im Haar lässt, kann das Haar "überpflegt" werden. Die Haarstruktur saugt sich so voll mit Pflegestoffen, dass sie ihre Leichtigkeit verliert.
6. Zu häufige Anwendung
Eine Haarkur ist ein Intensivprodukt. Werden die Haare bei jeder Wäsche gekurt, ist das oft zu viel des Guten. Einmal pro Woche reicht in der Regel völlig aus. Ansonsten sollte man eher zu einem leichten Conditioner (Spülung) greifen.
Was kannst du tun?
- Produkt wechseln: Wenn du feines Haar hast, suche nach "leichten" Kuren, oft als "Fluid", "Gel-Kur" oder "Volume Mask" deklariert.
- Weniger ist mehr: Verwende nur eine etwa walnussgroße Menge (bei langem Haar).
- Reinigungs-Shampoo nutzen: Wenn dein Haar bereits stark beschwert ist, hilft ein "Tiefenreinigungsshampoo" (Clarifying Shampoo), um alle Rückstände und Silikone einmal komplett zu entfernen.
- Conditioner nach der Kur? Manche machen den Fehler, erst zu kuren und dann noch Conditioner zu nutzen. In der Regel ersetzt die Kur den Conditioner. (Wobei manche Experten sagen: Kur öffnet, Conditioner schließt – aber bei feinem Haar ist das meist zu viel).
- Reverse Washing: Probiere mal, die Kur vor dem Shampoonieren in die Längen zu geben, kurz einwirken zu lassen und dann alles mit Shampoo auszuwaschen. So bekommt das Haar Pflege, aber alle überschüssigen Fette werden weggewaschen.