Sind Hartweizennudeln mit Rückständen von Glyphosat belastet?
Ja, Hartweizennudeln können Rückstände des Herbizids Glyphosat enthalten. Untersuchungen von Verbraucherschutzorganisationen wie Öko-Test oder Stiftung Warentest finden regelmäßig Spuren davon in herkömmlichen Produkten.
Hier sind die wichtigsten Fakten dazu:
1. Warum ist Glyphosat in Nudeln?
Glyphosat wird im konventionellen Anbau von Hartweizen (Triticum durum) eingesetzt, um Unkraut zu vernichten. Besonders problematisch ist die sogenannte Sikkation (Spätabreife): In Ländern wie Kanada oder den USA wird das Getreide kurz vor der Ernte mit Glyphosat bespritzt, damit es gleichmäßig vertrocknet und leichter geerntet werden kann. Da Hartweizen viel Sonne braucht, stammt ein großer Teil des für Nudeln verwendeten Weizens aus diesen Regionen.
2. Testergebnisse und Grenzwerte
- Grenzwerte: Die EU hat Höchstmengen für Glyphosat-Rückstände in Lebensmitteln festgelegt (für Hartweizen liegt dieser bei 10 mg/kg). In den meisten Tests liegen die gefundenen Mengen deutlich unter diesen gesetzlichen Grenzwerten.
- Häufigkeit: In Untersuchungen von Öko-Test (zuletzt z.B. bei Spaghetti im Jahr 2023 und 2024) wurden in vielen konventionellen Produkten Glyphosat-Rückstände nachgewiesen. Oft sind es jedoch Mengen, die von den Testern als "Spuren" eingestuft werden, aber dennoch zur Abwertung führen, da Glyphosat als umweltkritisch gilt.
3. Herkunft spielt eine große Rolle
Ob Rückstände vorhanden sind, hängt oft vom Herkunftsland des Weizens ab:
- Kanada/USA: Hier ist der Einsatz von Glyphosat kurz vor der Ernte verbreitet. Nudeln mit Weizen aus diesen Regionen weisen häufiger Rückstände auf.
- Italien/Europa: In Italien ist die Anwendung von Glyphosat zur Sikkation verboten. Viele italienische Marken (z.B. Barilla, De Cecco) achten verstärkt darauf oder nutzen Weizen aus Regionen mit strengeren Regeln, weshalb diese oft besser abschneiden.
4. Bio-Nudeln als sichere Alternative
Wenn Sie Glyphosat vermeiden möchten, sind Bio-Nudeln die beste Wahl. Im ökologischen Landbau ist der Einsatz von chemisch-synthetischen Spritzmitteln wie Glyphosat streng verboten.
- In Tests sind Bio-Nudeln fast ausnahmslos frei von Glyphosat-Rückständen.
- Falls Rückstände gefunden werden, handelt es sich meist um minimale Abdriften von benachbarten konventionellen Feldern.
5. Gesundheitliche Bewertung
Die gesundheitliche Einschätzung von Glyphosat ist umstritten:
- Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der WHO stufte Glyphosat als „wahrscheinlich krebserzeugend beim Menschen“ ein.
- Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und andere Behörden sehen bei Einhaltung der Grenzwerte keine akute Gefahr für den Verbraucher.
Fazit
Ja, Rückstände kommen in konventionellen Nudeln vor, überschreiten aber selten die gesetzlichen Grenzwerte. Wer auf Nummer sicher gehen will (sowohl für die eigene Gesundheit als auch für den Umweltschutz), sollte zu Bio-Produkten greifen oder auf Nudeln achten, die 100 % italienischen Weizen verwenden.