Warum warnen Verbraucherschützer vor Rückständen von Quarz und Cristobalit in Kieselerde-Produkten?

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Verbraucherschützer (wie die Verbraucherzentralen) und Prüfinstitute (wie Öko-Test) warnen vor Rückständen von Quarz und Cristobalit in Kieselerde-Produkten vor allem aus zwei Gründen: mögliche Gesundheitsschäden (insbesondere der Nieren) und eine mangelnde wissenschaftliche Belegung des Nutzens.

Hier sind die Details zu den Warnungen:

1. Die Gefahr durch kristallines Siliziumdioxid

Kieselerde besteht hauptsächlich aus Siliziumdioxid. Man unterscheidet dabei zwei Formen:

  • Amorphes Siliziumdioxid: Dies ist die Form, die natürlicherweise in den fossilen Kieselalgen vorkommt, aus denen Kieselerde gewonnen wird. Sie gilt in normalen Mengen als gesundheitlich unbedenklich.
  • Kristallines Siliziumdioxid (Quarz und Cristobalit): Diese Formen entstehen oft durch Verunreinigungen oder durch die industrielle Verarbeitung (Erhitzung) der Kieselerde.

Das Problem: Kristalline Strukturen sind wesentlich stabiler und reaktiver als amorphe. Wenn diese Partikel über einen längeren Zeitraum in den Körper gelangen, können sie sich in Organen anreichern.

2. Nierenschäden

Die Hauptsorge der Experten bei der Einnahme von Quarz und Cristobalit betrifft die Nieren. Da diese Partikel vom Körper kaum abgebaut oder ausgeschieden werden können, können sie sich im Nierengewebe ablagern. Dies kann zu:

  • Chronischen Entzündungen,
  • Harnsteinen oder
  • einer langfristigen Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen.

3. Gefahr beim Einatmen (Lungenrisiko)

Obwohl Kieselerde meist als Tablette oder Kapsel geschluckt wird, warnen Verbraucherschützer auch vor Pulverformen. Wenn beim Anrühren oder Dosieren Staub entsteht, der Quarz oder Cristobalit enthält, können diese Partikel eingeatmet werden. In der Lunge gelten diese Stoffe als krebserregend und können eine Silikose (Staublunge) verursachen.

4. Mangelnde Wirksamkeit vs. Risiko

Ein zentrales Argument der Verbraucherschützer ist das Nutzen-Risiko-Verhältnis.

  • Versprechen: Kieselerde wird für feste Fingernägel, volles Haar und straffe Haut beworben.
  • Realität: Es gibt keine belastbaren wissenschaftlichen Studien, die belegen, dass die Einnahme von Kieselerde tatsächlich diese Effekte hat. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat entsprechende Werbeaussagen (Health Claims) mangels Beweisen bisher nicht zugelassen.

Daher lautet das Fazit der Verbraucherschützer oft: Ein Produkt ohne nachgewiesenen Nutzen sollte kein potenzielles Gesundheitsrisiko (wie Nierenschäden durch Quarz) bergen.

Aktueller Hintergrund

In Untersuchungen (z. B. von Öko-Test) wurden in der Vergangenheit in vielen gängigen Kieselerde-Produkten aus Drogerien und Reformhäusern signifikante Mengen an Quarz und Cristobalit nachgewiesen. Da diese Stoffe in Nahrungsergänzungsmitteln technisch vermeidbar wären (durch bessere Reinigung oder Auswahl der Rohstoffe), bewerten Verbraucherschützer solche Funde oft sehr streng mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“.

Empfehlung: Wer Haut, Haare und Nägel stärken möchte, sollte laut Experten eher auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Zink, Biotin und Vitamin C achten, statt auf Kieselerde-Präparate zurückzugreifen.