Sind die in vielen Eistees enthaltenen künstlichen Aromen gesundheitsbedenklich?

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Die kurze Antwort lautet: Nach aktuellem wissenschaftlichem Stand sind die in der EU zugelassenen künstlichen Aromen in den üblichen Verzehrmengen nicht unmittelbar gesundheitsschädlich.

Allerdings ist die Frage komplexer, da „nicht gesundheitsschädlich“ nicht automatisch „gesund“ bedeutet. Es gibt verschiedene Aspekte, die man beachten sollte:

1. Strenge Regulierung in der EU

Alle Aromastoffe, die in Lebensmitteln wie Eistee verwendet werden, müssen von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) geprüft und zugelassen werden. Bevor ein Aroma auf den Markt kommt, wird untersucht, ob es toxisch, krebserregend oder erbgutverändernd sein könnte. Nur Stoffe, die als sicher eingestuft werden, landen in der Positivliste.

2. Das Problem der „Geschmacksverwirrung“

Auch wenn die Aromen selbst nicht giftig sind, gibt es gesundheitliche Bedenken hinsichtlich ihrer Wirkung auf unser Essverhalten:

  • Gewöhnungseffekt: Künstliche Aromen sind oft viel intensiver als natürliche Düfte und Geschmäcker. Das kann dazu führen, dass natürliche Lebensmittel (wie ein echtes Stück Pfirsich) als fad empfunden werden.
  • Appetitanregung: Es gibt Hinweise darauf, dass intensive Aromen dem Gehirn Nährstoffe vorgaukeln, die im Getränk gar nicht enthalten sind, was Heißhunger auslösen kann.

3. Allergien und Unverträglichkeiten

Einige Menschen reagieren empfindlich auf bestimmte chemische Verbindungen in künstlichen Aromen. Dies kann sich durch Kopfschmerzen, Hautausschläge oder Magen-Darm-Beschwerden äußern. Da die genaue Zusammensetzung von „Aroma“ oft ein Betriebsgeheimnis ist, wissen Betroffene oft nicht genau, welchen Stoff sie meiden müssen.

4. Das „echte“ Problem im Eistee ist meist nicht das Aroma

Wenn man über die gesundheitlichen Aspekte von Eistee spricht, sind die Aromen meist das kleinste Problem. Viel kritischer sind:

  • Zuckergehalt: Viele Eistees enthalten pro Liter etwa 20 bis 30 Stück Würfelzucker. Das führt zu Übergewicht, Diabetes Typ 2 und Karies.
  • Säuerungsmittel: Zitronensäure (E330) greift in Kombination mit Zucker massiv den Zahnschmelz an.
  • Phosphorsäure: Wird oft als Säuerungsmittel eingesetzt und kann in hohen Mengen den Kalziumstoffwechsel stören.

5. Künstlich vs. Natürlich

Der Begriff „natürliches Aroma“ klingt gesünder, ist es aber oft nicht. „Natürliches Aroma“ muss lediglich aus einem natürlichen Rohstoff (z.B. Schimmelpilzen, Holzspänen oder Bakterien) gewonnen werden – es muss nicht aus der Frucht stammen, nach der es schmeckt (z.B. Erdbeere). Chemisch gesehen sind die Strukturen oft identisch mit künstlichen Aromen.

Fazit

Die künstlichen Aromen im Eistee sind toxikologisch unbedenklich, solange man das Getränk in moderaten Mengen konsumiert.

Empfehlung: Wenn Sie Bedenken haben, ist die beste Alternative, Eistee selbst zu machen:

  1. Schwarzen, grünen oder Früchtetee aufbrühen und abkühlen lassen.
  2. Einen Spritzer echte Zitrone oder frische Minze hinzufügen.
  3. Nur wenig oder gar nicht süßen (z.B. mit einem Schuss Apfelsaft oder etwas Honig).

So umgehen Sie nicht nur die Aromen, sondern vor allem die massiven Zucker- und Säuremengen der Industrieprodukte.