Sind alle Paprikasorten von Natur aus scharf?

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Nein, nicht alle Paprikasorten sind von Natur aus scharf. Es gibt eine enorme Bandbreite, die von völlig mild bis hin zu extrem scharf reicht.

Hier sind die wichtigsten Fakten dazu:

1. Der entscheidende Stoff: Capsaicin

Die Schärfe in Paprikapflanzen wird durch den Stoff Capsaicin verursacht. Dieser Stoff reizt die Schmerzrezeptoren im Mund (und auf der Haut), was wir als „Hitze“ oder „Schärfe“ wahrnehmen. Paprikasorten, die kein oder nur sehr wenig Capsaicin enthalten, schmecken mild oder süßlich.

2. Die Gemüsepaprika (Milde Sorten)

Die klassische Blockpaprika (Gemüsepaprika), die man im Supermarkt kauft, wurde gezielt so gezüchtet, dass sie fast gar kein Capsaicin mehr enthält. Auf der sogenannten Scoville-Skala, mit der die Schärfe gemessen wird, hat die Gemüsepaprika den Wert 0.

3. Die Wildform war wahrscheinlich scharf

Botanisch gesehen gehören alle – von der milden Gemüsepaprika bis zur scharfen Habanero – zur Gattung Capsicum.

  • In der Natur (bei den wilden Urformen in Mittel- und Südamerika) sind die meisten Sorten scharf.
  • Die Schärfe dient der Pflanze als Schutzmechanismus: Sie hält Säugetiere davon ab, die Früchte zu fressen (da diese die Samen im Gebiss zermahlen würden). Vögel hingegen spüren die Schärfe nicht; sie fressen die Früchte und verbreiten die Samen unbeschadet über ihren Kot.

4. Züchtung durch den Menschen

Dass wir heute milde Paprika haben, ist das Ergebnis von menschlicher Züchtung. Vor etwa 100 Jahren gelang es Züchtern (insbesondere in Ungarn), Sorten zu isolieren, bei denen das Gen für die Capsaicin-Produktion rezessiv oder inaktiv ist. So entstanden die heute so beliebten süßen Paprika.

5. Die Scoville-Skala im Vergleich

Um zu verdeutlichen, wie groß die Unterschiede sind:

  • Gemüsepaprika: 0 Scoville (SHU)
  • Peperoni / Jalapeño: 2.500 – 8.000 SHU
  • Cayenne-Pfeffer: 30.000 – 50.000 SHU
  • Habanero: 100.000 – 350.000 SHU
  • Carolina Reaper (eine der schärfsten Sorten): über 2.000.000 SHU

Zusammenfassend: Während die „Ur-Paprika“ scharf war, gibt es heute viele Sorten, die genetisch so verändert wurden, dass sie keinerlei Schärfe mehr besitzen.

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