Gibt es Mineralwasserquellen, die bereits von Natur aus kohlensäurehaltiges Wasser fördern?
Ja, die gibt es – und sie sind sogar die Grundlage für das, was wir heute als klassisches Mineralwasser kennen.
Hier sind die wichtigsten Fakten zu diesem Naturphänomen:
1. Wie entsteht das natürliche Prickeln?
Natürlich kohlensäurehaltiges Wasser entsteht meist in Gebieten mit (ehemals) vulkanischer Aktivität.
- Tief im Erdinneren kühlt Magma ab und setzt dabei Kohlendioxid ($CO_2$) frei.
- Dieses Gas steigt durch Gesteinsschichten nach oben und trifft auf Grundwasserleiter.
- Unter dem hohen Druck, der in der Tiefe herrscht, löst sich das $CO_2$ im Wasser. Dabei entsteht ein Teil Kohlensäure ($H_2CO_3$).
2. Fachbegriffe: Säuerlinge und Sprudel
In der Fachsprache und im Bergbau gibt es spezielle Namen für diese Quellen:
- Säuerling: So nennt man eine Quelle, die von Natur aus mehr als 250 mg gelöstes Kohlendioxid pro Liter enthält.
- Sprudel: Wenn das Wasser unter seinem eigenen Gasdruck natürlich aus dem Boden an die Oberfläche tritt (artesische Quelle), nennt man es Sprudel.
3. Warum schmeckt dieses Wasser oft besonders intensiv?
Das gelöste $CO_2$ macht das Wasser leicht sauer. Dieses saure Wasser ist chemisch aggressiver und kann beim Durchfließen von Gesteinsschichten deutlich mehr Mineralien (wie Calcium, Magnesium oder Natrium) lösen als normales Leitungswasser. Deshalb sind natürliche "Säuerlinge" oft besonders mineralstoffreich.
4. Bekannte Beispiele
Viele der bekanntesten Mineralwassermarken der Welt fördern Wasser aus solchen Quellen:
- Deutschland: Die Region Eifel ist das bekannteste Beispiel (vulkanischen Ursprungs). Bekannte Marken sind etwa Gerolsteiner oder Apollinaris. Auch im Taunus (Selters) gibt es solche Quellen.
- Frankreich: Perrier ist weltberühmt dafür, dass das Wasser und das Gas aus derselben Quelle stammen (auch wenn sie bei der Abfüllung oft getrennt und wieder zusammengeführt werden).
- Georgien: Bordschomi (Borjomi) ist eine sehr bekannte Heilwasserquelle mit extrem hohem natürlichen Kohlensäure- und Mineralstoffgehalt.
5. Ein wichtiger Hinweis zur Abfüllung
Auch wenn das Wasser "mit eigener Quellkohlensäure" beworben wird, sieht der Prozess in der Fabrik meist so aus:
- Das Wasser wird aus der Tiefe gefördert.
- Das natürliche Gas wird oft kurzzeitig vom Wasser getrennt, um Eisen oder Schwefel aus dem Wasser zu filtern (sonst würde es in der Flasche braun werden oder unangenehm riechen).
- Am Ende wird genau die originale Quellkohlensäure wieder in das Wasser zurückgegeben.
Auf dem Etikett steht dann oft: "Mit eigener Quellkohlensäure versetzt". Steht dort nur "mit Kohlensäure versetzt", kann das Gas auch aus anderen Quellen stammen.