Können unterschiedliche Leiterquerschnitte innerhalb derselben Wago-Klemme zu Kontaktproblemen führen?

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Die kurze Antwort lautet: Nein, bei modernen Wago-Klemmen führt das nicht zu Kontaktproblemen, sofern man die Klemme innerhalb ihrer Spezifikationen verwendet.

Das ist einer der größten Vorteile von Federzugklemmen (wie Wago) gegenüber alten Schraubklemmen (Lüsterklemmen).

Hier ist die detaillierte Erklärung, warum das so ist und worauf du dennoch achten musst:

1. Warum es funktioniert: Die Einzeladerklemmung

Wago-Klemmen (insbesondere die Serien 221 mit Hebel oder die Steckklemmen 2273) verfügen über eine sogenannte Einzeladerklemmung. Das bedeutet:

  • Jede Steckplatz-Öffnung hat ihre eigene, unabhängige Stahlfeder.
  • Wenn du in ein Loch einen 2,5 mm² Draht steckst und in das Loch daneben einen 0,5 mm² Draht, drückt jede Feder mit der jeweils passenden Kraft auf den jeweiligen Leiter.
  • Der dicke Draht "hebelt" die Feder für den dünnen Draht also nicht weg.

2. Der Unterschied zwischen den Klemmentypen

Es kommt darauf an, welche Wago-Klemme du verwendest:

  • Hebel-Klemmen (z. B. Serie 221 oder 222): Diese sind am flexibelsten. Du kannst innerhalb einer Klemme völlig unterschiedliche Querschnitte (z. B. 0,14 mm² bis 4 mm²) und auch unterschiedliche Leiterarten (starr, feindrähtig/flexibel) mischen.
  • Steckklemmen (z. B. Serie 2273 oder 773): Diese sind primär für starre Leiter gedacht. Auch hier kannst du verschiedene Querschnitte mischen (z. B. 0,5 mm² neben 2,5 mm²), solange alle Leiter starr sind.

3. Worauf du unbedingt achten musst (Sicherheitsregeln)

Obwohl die Klemme den Kontakt sicherstellt, gibt es zwei wichtige Fallstricke:

A. Nur ein Leiter pro Klemmstelle

Du darfst niemals versuchen, zwei Drähte in dasselbe Loch zu quetschen. Das führt unweigerlich zu Kontaktproblemen und Brandgefahr, da die Feder dann nicht mehr korrekt schließen kann. Jedes Kabel braucht sein eigenes "Loch".

B. Die Absicherung (Wichtig!)

Das ist der häufigste Fehler bei der Installation: Wenn du einen großen Querschnitt (z. B. 2,5 mm²) mit einem kleinen Querschnitt (z. B. 1,5 mm²) in einer Klemme verbindest, um eine Leitung zu verlängern, bestimmt der kleinste Querschnitt die maximale Absicherung.

  • Beispiel: Wenn du eine 2,5 mm² Zuleitung hast, die mit 20 Ampere abgesichert ist, und gehst mit einer Wago-Klemme auf ein 1,5 mm² Kabel über, ist das 1,5 mm² Kabel bei Überlast nicht mehr ausreichend geschützt. Die Sicherung muss also passend zum schwächsten Glied in der Kette gewählt werden.

C. Abisolierlänge

Achte darauf, dass alle Drähte exakt nach Maß abisoliert sind (meist ca. 11 mm, steht auf der Klemme). Wenn ein dünner Draht nicht tief genug in der Klemme sitzt, hilft auch die beste Feder nichts.

Fazit

Innerhalb der zulässigen Querschnittsbereiche (z. B. 0,2 mm² bis 4 mm² bei der Serie 221) ist das Mischen absolut sicher und technisch unbedenklich. Die Federzugtechnik garantiert einen dauerhaft rüttelfesten und wartungsfreien Kontakt, egal wie dick der Nachbardraht ist.

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